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Mediensucht: Ab wann wird „Online-Sein“ zum Problem?

Das Internet gehört für uns alle zum Alltag ­– aber wann wird das tägliche Chatten, Posten und Spielen zur Sucht? 

 

Wir haben das Handy so gut wie immer in der Tasche. Täglich wird es mehrere Stunden genutzt, auch unterwegs. Wir chatten, wir posten Bilder, wir hören Musik, wir fotografieren ... 

Aber wann ist die Nutzung zu extrem? Ab wann ist man abhängig?

Normale Mediennutzung oder Sucht?

Aktuelle Studien zeigen: Junge Menschen fühlen sich seit Beginn der Coronapandemie einsam und psychisch belastet. Gleichzeitig hat ihre Mediennutzung deutlich zugenommen. Laut JIM-Studie 2020 verbrachten Jugendliche montags bis freitags rund 260 Minuten täglich online. Das ist ein Anstieg von ca. einer Stunde am Tag im Vergleich zum Vorjahr. Damit sind sie noch stärker mit Gefahren im Netz konfrontiert. 

Ein schwer zu kontrollierender Zwang

Menschen, die online-süchtig sind, unterliegen einem Zwang, den sie nur noch schwer kontrollieren können. Sie haben also die Kontrolle über ihre Mediennutzung verloren. Das ist typisch für jede Form von Sucht. Mediensucht gilt als sogenannte Verhaltenssucht. Eine exakte und einheitliche Definition einer Online- oder auch Mediensucht gibt es bisher nicht. 

Denn: Von Mediensucht zu sprechen, ist grundsätzlich schwierig. Die Sucht nach Medien ist noch nicht offiziell als Krankheit anerkannt. Zu starke oder krankhafte Mediennutzung lässt sich nicht allein an der Zeit messen. Wichtig ist vor allem, inwieweit es durch die Online-Nutzung zu gesundheitlichen, leistungsbezogenen, sozialen oder emotionalen Problemen kommt.

Instagram, YouTube, WhatsApp & Co können abhängig machen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2018 offiziell Kriterien für eine Computerspielsucht festgeschrieben. Damit wird aber nur ein Teilbereich des breiten Medienspektrums abgedeckt. Hinzu kommen viele weitere Anwendungen wie Messenger (z.B. WhatsApp), Soziale Netzwerke (wie Instagram) oder Videoportale (wie YouTube). Auch diese Angebote können durchaus süchtig machen – das ist zumindest das Ergebnis einer Forsa-Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK.

 

Bist Du von Mediensucht betroffen?

Ein Selbsttest

Unser Check kann Dir zeigen, ob Du vielleicht online-süchtig sein könntest. 
Er ersetzt aber keine professionelle Einschätzung!

  1. Vernachlässigst Du Deine Freund*innen, die Schule oder Dich selbst, um Online-Games zu zocken, Deine Social-Media-Kanäle zu checken, bei WhatsApp zu chatten, oder Videos bei YouTube anzuschauen? 
  2. Denkst Du an Social Media, Games & Co, auch wenn Du Dein Handy gerade nicht nutzt?
  3. Hast Du ein großes Verlangen weiterzuspielen, zu chatten oder zu surfen und kannst dem Drang nicht widerstehen?
  4. Suchst du nach Ausreden, um weiter online sein zu können?
  5. Nutzt Du das Internet als Kanal für Deine Gefühle, zum Beispiel um Stress, Wut oder Traurigkeit zu verdrängen?
  6. Hast Du Entzugserscheinungen, wenn Du mal keinen Zugang zu Deinem Handy, Tablet oder Laptop hast, wie zum Beispiel Schlafstörungen, Gereiztheit und Schweißausbrüche?
  7. Bist du nach Phasen, in denen Du mal nicht am Handy warst, umso länger online?
  8. Gab es in der Schule, bei der Ausbildung oder Zuhause mit Freund*innen, Eltern oder Lehrer*innen öfter Streit, weil Du nicht auf Deine Online-Aktivitäten verzichten kannst?
  9. Hast Du eventuell auch körperliche Probleme wie Fehlhaltungen, Übergewicht, Hand-, Rücken- oder Kopfschmerzen?

Bei diesen Anzeichen wäre es gut, wenn Du Dein Online-Verhalten überdenkst und änderst und dir Hilfe suchst.

Auch die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung bietet einen schnellen Selbsttest zu Computerspiel- und Internetsucht mit detaillierter Rückmeldung an. 

 

Diese Tipps können Dir helfen

  1. Setze Dir feste Handy-Zeiten und -Regeln, um Deine Online-Nutzung besser unter Kontrolle zu bekommen. Und sprich mit anderen darüber – sie können Dir helfen, auf die Einhaltung Deiner Regeln zu achten. Lege Dein Handy z.B. einfach mal eine zeitlang in ein anderes Zimmer.
  2. Nutze eine Armbanduhr, statt der Handy-Uhr. Auch dadurch reduzierst Du Deine Online-Zeit.
  3. Stelle in den Einstellungen von Apps die Push-Benachrichtigungen aus, damit Du nicht immer von anderem abgelenkt wirst, wenn Du z.B. eine Nachricht bei WhatsApp oder Instagram bekommst.
  4. Kontrolliere Deine Bildschirmzeit mithilfe von Apps. Es gibt bestimmte Apps, mit deren Hilfe Du feststellen kannst, wie lange Du am Handy warst und was Du gemacht hast. Apps, die Du nutzen kannst, sind z.B. "AppDetox", "QualityTime" oder auch "Forest". Unsere Scouts stellen diese Apps in ihrem Video vor und geben weitere Tipps.
  5. Finde heraus, weshalb die Online-Welt in Deinem Leben so wichtig geworden ist und was Du in Deinem realen Leben ändern kannst.
  6. Frage Dich, was Dir offline wichtig ist, und versuche wieder bewusst mehr Zeit dafür einzuplanen. Vielleicht hast Du ja mal ein Hobby gehabt, dem Du wieder (mehr) nachgehen könntest? Oder Du fängst ein neues an, z.B. ein Musikinstrument, Sport, Lesen ...
  7. Hol Dir Hilfe. Sprich mit einer Vertrauensperson über Deinen Medienkonsum. 
    Außerdem gibt es professionelle Beratungsstellen, wie z.B.: 

Natürlich kannst Du Dich auch jederzeit mit deiner Frage an unsere JUUUPORT-Scouts wenden! Sie beraten Dich gern. Du kannst Dir auch erstmal eine beispielhafte Beratungsanfrage zu Medienkonsum anschauen. 

 

Rap-Song und Clips zu Mediennutzung

Unsere Scouts haben sich intensiv mit dem Thema Mediennutzung beschäftigt und dazu auch einige Videos produziert.

Kevin hat zum Beispiel einen Rap-Song zum Thema Mediensuchtgeschrieben. Hier kannst Du Dir das Video "Ich bin (nicht) süchtig!" direkt anschauen.

Darüber hinaus findest Du bei Instagram zwei Highlights mit den Titeln: Handysucht und Leben mit Smartphone.

Und unsere Scouts haben einen sehr kreativen One-Shot produziert. 

Schaut doch mal rein! 

 

 

Online-Seminar „Status: online“ – Wenn das Internet zur Sucht wird

Wir haben ein Online-Seminar zum Thema Medienkonsum entwickelt, das von Schulklassen oder Jugendclubs gebucht werden kann. 

Hier zeigen wir Dir, woran Du Mediensucht erkennen und wie Du ihr vorbeugen kannst, mit wem Du sprechen kannst, wenn Du Deinen eigenen Konsum kritisch findest und wie Du auch Deine Freund*innen dabei unterstützen kannst.

 

 

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