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Datenschutz – wie Du Dich & Deine Daten schĂŒtzt

Persönliche Daten lassen sich im Netz schnell und einfach verbreiten. Mit nur einem Klick können sie wahnsinnig viele Menschen erreichen. Einige Informationen ĂŒber uns möchten wir aber lieber fĂŒr uns behalten.
PrivatsphĂ€re ist wichtig, damit wir uns frei und selbstbestimmt fĂŒhlen können. Das Recht auf PrivatsphĂ€re gilt sogar als Menschenrecht! Du entscheidest, was fĂŒr Dich privat ist. Das können intime Dinge sein, GefĂŒhle, Geheimnisse oder die eigenen Finanzen und Kontaktdaten.
Unser Ratgeber soll dir Dabei helfen, Dich und Deine Daten im Internet zu schĂŒtzen.

 

So bewegst Du Dich sicher im Internet

1. Nutze sichere Passwörter 🔑

Überlege Dir lange, möglichst komplizierte Passwörter und nutze, wenn möglich die 2-Faktor-Authentifizierung (Link zum Passwort-Abschnitt)

2. Sei sparsam mit Deinen Daten ✌
Je mehr Du von Dir preisgibst, desto angreifbarer bist Du. Nutze ein privates Profil und achte darauf, was Du auf Deinen Fotos zeigst und in Deinen Texten verrĂ€tst. Frage Dich am besten, ob Du bestimmte Informationen auch mit fremden Menschen auf der Straße teilen wĂŒrdest. Falls nicht, behalte sie auch im Internet lieber fĂŒr Dich.

3. Überlege Dir gut, welche Apps Du nutzen willst đŸ“±
Bei Fitness-Trackern werden zum Beispiel oftmals ziemlich viele persönliche Daten gespeichert. Schau am besten mal in die AGBs rein oder informiere Dich, ob die App seriös ist und was sie von Dir wissen will.

4. RegelmĂ€ĂŸig Handy / Laptop updaten ✔
Updates nerven manchmal, sind aber total wichtig! Dabei geht es nĂ€mlich nicht nur um neue Funktionen, sondern oft auch um SicherheitslĂŒcken, die korrigiert werden. Das Betriebssystem Deines Handys und Deine Apps sollten immer auf dem neuesten Stand sein.

5. Vorsicht im offenen WLAN! 🛑
Öffentliche WLANs sind meistens nicht gut geschĂŒtzt. Videos gucken etc. ist kein Problem, aber eine Überweisung via Online-Banking solltest Du hier auf keinen Fall machen. Mehr zu dem Thema findest Du hier.

 

„Ich habe doch nichts zu verbergen!“

Datenschutz? Ich habe doch nichts zu verbergen!

WĂŒrdest Du jemandem Dein Handy mit allen privaten Nachrichten und Fotos zur VerfĂŒgung stellen? Wahrscheinlich nicht mal Deinen besten Freund:innen, oder?

Wir alle brauchen unsere PrivatsphĂ€re. Wir sind gern einfach mal allein in unserem Zimmer oder wollen vertrauliche GesprĂ€che mit unseren Freund:innen fĂŒhren. Vielleicht soll auch nicht jede:r wissen, welche Hobbys ich habe oder was mich gerade traurig macht. Somit haben wir alle irgendwas „zu verbergen“ – das ist auch okay und völlig normal! Stell Dir vor, Du wĂŒsstest, dass jedes GesprĂ€ch, das Du fĂŒhrst, jede Nachricht, die Du schreibst, von einer fremden Person mitgelesen wird. Du wĂŒrdest Dich wahrscheinlich weniger frei fĂŒhlen und Deine Gedanken nicht aussprechen / schreiben, sondern fĂŒr Dich behalten. Außerdem kann es von manchen Menschen ausgenutzt werden, wenn Du zu viel von Dir preisgibst. Deshalb sollte z.B. lieber nicht jede:r wissen, wo Du wohnst oder Deine Handynummer kennen.

 

Beispiele aus unserer Beratung

Wie wichtig Datenschutz ist, erleben wir jeden Tag in unserer Beratung. Der Instagram-Account wurde gehackt oder ein Bild gegen den Willen hochgeladen – immer wieder melden sich Ratsuchende bei uns mit solchen Problemen. Ein paar dieser typischen Anfragen haben wir hier fĂŒr Dich gesammelt:

Hey, zwei MÀdels aus meiner Klasse haben mich heimlich fotografiert, als wir zusammen am See baden waren. Das war schon blöd genug, aber dann haben sie die Bilder auch noch bearbeitet und an die ganze Klasse geschickt. Ich traue mich nicht mehr zur Schule zu gehen, weil mich alle damit aufziehen. Was soll ich machen?

Hallo liebe:r Ratsuchende:r,
gut, dass Du Dich bei uns meldest. Mein Name ist Alina und ich versuche dir bestmöglich bei deinem Problem zu helfen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, wurden beim Baden heimlich Fotos von Dir gemacht, danach bearbeitet und dann an Deine Klassenkamerad:innen geschickt. Nun wirst Du mit den Fotos geĂ€rgert. Dass Du Dich deshalb nicht mehr in die Schule traust, kann ich verstehen. Dass jemand Deine Bilder ohne Deine Erlaubnis veröffentlicht, ist aber nicht in Ordnung, denn jede:r hat das Recht am eigenen Bild. Das beduetet, dass Bilder oder Videos von dir nur mit deinem OK veröffentlicht werden dĂŒrfen, ansonsten kann das sogar rechtliche Folgen fĂŒr die Verursachenden haben. Mehr Infos dazu findest Du auch in unserem Artikel. Bei rechtlichen Fragen kannst Du Dich auch an hatefree wenden. Dort helfen Dir RechtsanwĂ€lt:innen und Nachhaltigkeitsexpert:innen unabhĂ€ngig von deinem Alter kostenfrei.
Hast Du schon versucht, mit diesen zwei MĂ€dchen aus Deiner Klasse zu reden? Falls Du Dich traust, wĂŒrde ich Dir auf jeden Fall empfehlen, sie darauf aufmerksam zu machen. Vielleicht verstehen sie es und löschen daraufhin die Bilder auch. Da die MĂ€dchen ja auch Deine Schule gehen, könntest Du auch zu einer (Vertrauens-)Lehrkraft oder Schulsozialarbeiter:in gehen, damit sie mit den zweien die Situation klĂ€ren können.
Ansonsten kann es auch schon hilfreich sein, die Bilder auf der Plattform zu melden. Die Meldefunktion findest Du meist in den Optionen des Beitrags. Auf welcher Plattform wurden die Fotos denn veröffentlicht?
Abgesehen davon kann ich Dir nur ans Herz legen, dich jemandem aus Deinem Umfeld anzuvertrauen und ĂŒber Deine Situation zu sprechen. DarĂŒber zu sprechen kann gut tun und die Person kann Dich auch dabei unterstĂŒtzen, gegen die MĂ€dchen anzugehen. Denn es ist wirklich nicht in Ordnung, was sie da mit Deinen Bilden machen.
Beantworte gerne meine Fragen, damit ich Dir noch genauer helfen kann, und melde Dich gerne wieder.
Liebe GrĂŒĂŸe,
Alina von JUUUPORT

 


Hallo, einer aus meiner Klasse hat auf Instagram einen Account ĂŒber mich erstellt. Er hat einfach Fotos von meinem eigentlichen Account auf dem Fake-Account hochgeladen und auch meinen vollstĂ€ndigen Namen und mein Alter dazu geschrieben. Was kann ich jetzt tun?

Hallo liebe:r Ratsuchende:r,
schön, dass Du Dich mit deinem Problem an uns wendest. Mein Name ist Tom und ich werde mein Bestes tun, um Dir zu helfen.
Jemand aus Deiner Klasse hat also einen Account auf Instagram erstellt, in dem es um Dich geht und Deine persönlichen Daten veröffentlicht wurden. Die Fotos dafĂŒr hat er ohne zu Fragen von Deinem echten Account geklaut. Verstehe ich das richtig?
Wenn jemand ein Fake-Profil ĂŒber Dich erstellt, kannst du denjenigen/diejenige beim Betreiber des Sozialen Netzwerkes melden. Denn alle haben grundsĂ€tzlich das Recht am eigenen Bild und da die Person aus deiner Klasse Dich nicht um dein EinverstĂ€ndnis gebeten hat, so wie ich es verstanden habe, kann das sogar rechtliche Folgen fĂŒr sie haben. Weitere Infos dazu findest Du auch in unserem Artikel. Außerdem ist es rechtlich auch nicht erlaubt, sich als jemand anders auszugeben und dessen Daten zu veröffentlichen. FĂŒr rechtliche Fragen / Beratung hast, kannst du Dich gerne auch an hatefree wenden.
Du kannst diejenigen, die die Fake-Profile ĂŒber Dich erstellen, auch blockieren oder melden. Zuvor fertigst du am besten Screenshots als Beweise an. Außerdem hilft es schon oft, sein Profil auf „Privat“ zu stellen, damit Du nicht dauernd Anfragen und Nachrichten bekommst. Außerdem ist es dann auch unwahrscheinlicher, dass jemand Fremdes Deine Bilder weiterverwendet.
Wie das auf Instagram geht, siehst du hier.
Weil die Person in Deine Klasse geht, könntest Du, wenn Du Dich damit wohl fĂŒhlst, auch mit ihm/ihr reden oder Dich an Erwachsene aus deiner Schule wenden, damit sie mit der Person reden können und sie den Account selber löscht.
Was Dir selbst auch helfen kann ist, mit jemandem darĂŒber zu sprechen, damit du mit deinen Sorgen nicht allein bist. Das kann zum Beispiel jemand aus Deinem Freundeskreis, eine verwandte Person oder jemand aus der Schule sein. Sowas sollte man nicht mit sich selbst ausmachen, denn Du bist nicht allein!
Melde Dich gerne, wenn Du mehr zu Deiner Situation erzÀhlen magst.
Liebe GrĂŒĂŸe,
Tom von JUUUPORT

 

Recht am eigenen Bild

Jeder Mensch hat das Recht am eigenen Bild. Das steht sogar im Grundgesetz. Das bedeutet:

  • Du darfst entscheiden, ob und welche Bilder von dir veröffentlicht werden.
  • Niemand darf ein Bild von Dir gegen Deinen Willen auf Instagram, WhatsApp & Co posten.
  • Wenn jemand ohne Dich zu fragen ein Bild von Dir gepostet oder verschickt hat, kannst du dagegen vorgehen.

âžĄïž Bitte die Person, die Bilder zu löschen und erklĂ€re ihr, falls nötig, dass das, was sie tut, verboten ist. Sollte sie nicht reagieren, hol Dir in Deinem Freundeskreis oder in der Familie UnterstĂŒtzung. Du kannst das Bild auf der Plattform melden oder auch zur Polizei gehen. Bleib in jedem Fall damit nicht allein.

NatĂŒrlich gibt es auch Ausnahmen und SpezialfĂ€lle. Wenn Du mehr ĂŒber das Thema „Recht am eigenen Bild“ erfahren willst, schau mal hier.

 

Passwort und 2-Faktor-Authentifizierung

Ein sicheres Passwort erstellen
Unter den Top 10 der meistgenutzten Passwörter in Deutschland sind aktuell „123456“ und „Passwort“. Beliebt sind außerdem der eigene Vorname oder der des Freundes/der Freundin. Obwohl den meisten von uns bewusst ist, dass ein Passwort nicht zu einfach sein sollte, sind wir bei diesem Thema oft zu bequem. Damit Deine Daten nicht gehackt werden, sind gute, aber auch verschiedene Passwörter fĂŒr Deine Accounts wichtig!

Ein gutes Passwort sollte folgende Eigenschaften enthalten:

- LĂ€nge von mind. 8 Zeichen (je mehr desto besser)

- keine persönlichen BezĂŒge (Namen oder Geburtsdaten von Freund:innen oder Familie)

- keine gebrÀuchlichen Wortkombinationen, die im Duden zu finden sind

Ein praktischer Vorschlag: Bilde einen eigenen Satz und ĂŒberlege Dir dazu ein System, welche Buchstaben Du Daraus verwendest:

Onkel Hans ist 45 Jahre alt und spielt Gitarre.

Nimm jetzt immer den ersten Buchstaben jedes Wortes und die Zahl und ergÀnze es durch ein oder zwei Sonderzeichen:

Onkel Hans ist 45 Jahre alt und spielt Gitarre --> OHi45JausG!?

Das Passwort ist nur schwer zu knacken und Du kannst es dir gut merken. Verwende es trotzdem nur einmal.
 

Passwort-Generator / Manager
Das ist Dir zu aufwĂ€ndig? Dann nutze einen Passwort-Generator wie diesen hier. Du stellst ein, wie lang das Passwort sein und welche Eigenschaften es haben soll, und das Tool erstellt automatisch ein Passwort fĂŒr Dich. Es kann auch sinnvoll sein, einen Passwort-Manager zu nutzen. Hier erstellt und verwaltet eine Software alle Passwörter fĂŒr Dich und Du musst Dir nur das Passwort fĂŒr den Manager merken.

Mehr zum Thema Passwort-Manager findest Du auf der Seite vom Bundesamt fĂŒr Sicherheit und Informationstechnik.


2-Faktor-Authentifizierung
Um eine weitere Sicherheitsstufe einzubauen, kannst Du die 2-Faktor-Authentifizierung anwenden. Hier wird Dir z.B. nach dem Einloggen ein Code per SMS geschickt, den Du dann eingeben kannst. Du kannst diese Funktion bei fast allen Online-Anbietern (Twitter, Google, PayPal und Co) nutzen – bei einigen ist sie sogar mittlerweile Pflicht.

 

Wie mache ich einen Screenshot?

Screenshots sind eine Art Augenzeug:in im Internet. Sie können als Beweismittel dienen, wenn Du von Hasskommentaren, beleidigenden Bildern etc. betroffen bist. Deshalb ist es so wichtig, dass Du immer möglichst direkt einen rechtssicheren Screenshot erstellst. Folgende Infos sollte der Screenshot enthalten:

  • Kommentar / Bild
  • Datum / Uhrzeit des Posts
  • (User-Name) der Person, die kommentiert hat
  • Kontext (worauf bezieht sich der Kommentar)

FĂŒr die Erstellung von rechtssicheren Screenshots empfehlen wir Dir die Seite NetzBeweis. Bei HateAid findest Du Anleitungen fĂŒr rechtssichere Screenshots auf TikTok, Instagram, Facebook und Twitter.

 

WhatsApp & Datenschutz

WhatsApp – ja oder nein?
WhatsApp ist weltweit der mit Abstand beliebteste Messenger. In Deutschland nutzen ca. 60 Millionen Menschen die App, die zu Facebook / meta gehört. WhatsApp hat seit Langem den Ruf der Datenkrake. DatenschĂŒtzer:innen kritisieren, dass WhatsApp zu viele Daten sammle und verschleiere, wie die App-Daten z.B. fĂŒr Facebook genutzt werden oder was generell mit den Daten passiert.

Was sind Metadaten?
Was wir unseren Freund:innen bei WhatsApp schreiben, ist durch die mittlerweile von WhatsApp genutzte Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung gut geschĂŒtzt – nur Du und Dein:e Chatpartner:in kann darauf zugreifen. Problematisch sind die sogenannten Metadaten, kurz gesagt: Mit wem Du wann schreibst, per WhatsApp telefonierst, wo Du wohnst und wie viel Du WhatsApp generell nutzt.

Studien zeigen, dass diese Daten alles andere als harmlos sind. Es können psychologische Profile erstellt werden, die dann an Firmen verkauft werden, die zielgerichtet z.B. auf Facebook Werbeanzeigen schalten können. Mit Werbung verdient der Konzern meta (facebook, WhatsApp, Instagram) nÀmlich vor allem sein Geld.

 

Von WhatsApp zu Signal wechseln? đŸ€”
Zum GlĂŒck gibt es Alternativen: Messenger wie Threema oder Signal bieten die gleichen Funktionen, greifen aber auf viel weniger Daten zu.
Hier fassen wir die wichtigsten Argumente fĂŒr einen Wechsel zu Signal zusammen:

  • Signal verdient nicht mit Daten, sondern durch Spenden sein Geld. Viele Daten abzugreifen ist somit fĂŒr Signals GeschĂ€ftsmodell gar nicht wichtig.  
  • Signal bietet in den Einstellungen unter "Datenschutz" zusĂ€tzlich Funktionen wie Screenshot-Schutz, eine Inkognito-Tastatur uvm.
  • Signal bietet allerdings keine Status / Story-Funktion.
  • Auch Gruppenchats sind bei Signal Ende-zu-Ende verschlĂŒsselt. Bei WhatsApp gibt es hier SicherheitslĂŒcken.
  • Evtl. ein Nachteil: Einige Deiner Freund:innen nutzen vielleicht noch ausschließlich WhatsApp.
    Versuch sie doch mit diesen Argumenten mal zu ĂŒberzeugen :)

 

Datenschutz-Rap

JUUUPORT-Scout Kevin hat einen Rap zum Thema Datenschutz veröffentlicht: „Datenschutz ist fĂŒr viele ja ein eher trockenes Thema. Mit dem Rap habe ich versucht, anderen Jugendlichen auf einfache Art zu vermitteln, wie sie ihre und die Daten ihrer Mitmenschen schĂŒtzen können“, so Kevin ĂŒber seinen Song. Das Lied wurde kurz darauf mit dem Datenschutz Medienpreis ausgezeichnet und wird vor allem in Schulen hĂ€ufig im Unterricht genutzt. Hier findest Du das Video. Der Song ist neben weiteren Songs von Kevin auch bei Spotify und Co. zu finden.

 

Online-Seminar „Privates bleibt privat“

Wir haben ein Online-Seminar entwickelt, das von Schulklassen und Jugendclubs gebucht werden kann. Hier geht es darum, was wir fĂŒr Daten im Internet preisgeben und wie wir unsere Daten besser schĂŒtzen. Was bedeutet DSGVO eigentlich nochmal und was mache ich bei einem Hackerangriff?

 

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