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Cybermobbing – Definition, Beispiele und Hilfe

Cybermobbing ist heute leider Teil der digitalen Welt. Hast Du schon einmal mitbekommen, dass jemand im Netz gemobbt wurde? Hier erfährst Du, wie Du Cybermobbing erkennst und was Du dagegen tun kannst!

    

     

    Was genau ist Cybermobbing?

    Cybermobbing, Internet-Mobbing oder Cyberbullying bezeichnet das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer im Netz. Vielleicht hast Du schon einmal mitbekommen, dass jemand in Deiner Schule oder Deinem Freundeskreis online fertiggemacht wurde:

    • durch fiese Nachrichten bei WhatsApp
    • Beleidigungen über Facebook
    • gemeine Kommentare bei Instagram

    Dauern diese Attacken über einen längeren Zeitraum an, spricht man von Cybermobbing.

     

     

    Einige Besonderheiten von Cybermobbing:

    1. Cybermobbing bedeutet einen Eingriff rund um die Uhr in das Privatleben der Opfer.
    2. Das Publikum ist unüberschaubar groß und Inhalte verbreiten sich rasant.
    3. Sogenannte Bullies (Täter*innen) können anonym agieren.
    4. Die Betroffenheit der Opfer wird online nicht unmittelbar wahrgenommen, was die Hemmschwelle enorm sinken lässt. Wann für das Opfer Grenzen überschritten werden, ist durch die Anonymität nicht fühlbar. Das kann dazu führen, dass die Täter*innen weniger Mitleid empfinden und die aggressiven Handlungen besonders brutal und grausam ausfallen.

    Durch die ständige Erreichbarkeit hört Cybermobbing leider nicht mehr im Klassenzimmer auf, sondern begleitet Betroffene bis in die eigenen vier Wände. Deshalb kann Mobbing im Internet zu schweren psychischen Problemen und im Extremfall bis hin zum Suizid führen und sollte auf gar keinen Fall unterschätzt werden!

     

    Cybermobbing  Zahlen und Fakten (aus der JIM-Studie 2019):

    • 8% der jugendlichen Internetnutzer*innen zwischen 12 und 19 Jahren sind selbst bereits Opfer von Cybermobbing gewesen.
    • 31% der Befragten kennen jemanden im Bekanntenkreis, der durch Cybermobbing fertiggemacht wurde.
    • Von jedem Fünften wurden schon einmal falsche oder beleidigende Inhalte per Smartphone oder im Internet verbreitet.

    Cybermobbing findet in sozialen Netzwerken wie WhatsApp, Facebook, Snapchat oder Instagram statt und kann jede*n erwischen.

     

     

    Welche Formen von Cybermobbing gibt es?

    Konflikte werden heute immer häufiger über soziale Medien ausgetragen. Egal ob über Smartphones, Websites, Chats, Foren oder Communities – das Ziel ist es, die Betroffenen nachhaltig zu schädigen oder zu demütigen.

    Die TU Berlin hat in einer Studie von 2015 u.a. folgende Formen von Cybermobbing beschrieben:

    • Cyberstalking: Fortwährende Belästigung / Verfolgung
    • Cyberthreat: Androhung von körperlicher Gewalt
    • Exclusion: Sozialer Ausschluss
    • Flaming: Gegenseitiges Provozieren, Beschimpfung
    • Happy Slapping: Online-Veröffentlichung entwürdigender Fotos / Videos
    • Harassment: Wiederholte Belästigung und Schikane
    • Impersonation: Identitätsdiebstahl

    Cybermobbing kann sich also sehr unterschiedlich äußern – von Verleumdung über Belästigungen bis hin zu sozialem Ausschluss.

     

    4 Beispiele für Cybermobbing

    Schau nicht einfach zu, wenn Du merkst, dass jemand gemobbt wird, sondern unterstütze die betroffene Person. Um Cybermobbing vorzubeugen, ist es erst einmal wichtig zu erkennen, auf welche Weise sich Mobbing äußern kann:

    Schikane = Das wiederholte Senden von beleidigenden und verletzenden Nachrichten.
    Verleumdung = Gerüchte und Lügen über eine Person werden ins Netz gestellt, damit es ein großer Personenkreis mitkriegt. Wenn jemand z. B. schreibt, dass ein*e Mitschüler*in klaue, dumm sei oder sich nicht wasche.
    Bloßstellen = Vertrauliche Information, z. B. die sexuelle Orientierung, werden preisgegeben, um das Opfer zu verletzen.
    Ausschluss/Ignoranz = Eine Person schließt eine andere bewusst von sozialen Aktivitäten, Gruppen oder Chats aus und signalisiert der betroffenen Person, dass sie es nicht wert sei, an Aktionen teilzuhaben.

     

    Konkrete Beispiele für Cybermobbing haben wir in unserer Rubrik "Eure Fragen" gesammelt. Dort findest Du beispielhafte Fragen, die wir in unserer Online-Beratung von Hilfesuchenden gestellt bekommen.

     

     

    Rap-Video gegen (Cyber-)Mobbing

    „Ich erlebe an meiner Schule häufig Mobbing-Fälle. Mit dem Song möchte ich vor allem den Opfern zeigen, dass sie nicht alleine sind!“ Gemeinsam mit Scout Jannik und seinem Freund Tim hat JUUUPORT-Scout Kevin Lehmann das Video zu seinem selbstgeschriebenen Rap umgesetzt.

    "Guckt Euch doch mal an, natürlich seid Ihr Mobber! Ihr braucht Euer Machtgefühl und sucht Euch dafür Opfer! Versucht Eure eigenen Probleme zu verstecken in der Hoffnung, dass die anderen Eure nicht entdecken. Habt Ihr was zu kompensieren? Habt Ihr Angst ohne Mobben Euren Status in der Schule zu verlieren?"

     

     

     

    Ursachen von Cybermobbing

    Wer andere mobbt, hat in der Regel das Ziel, sich selbst überlegen zu fühlen und seine Macht zu demonstrieren. Die Gründe von Täter*innen sind dabei ganz unterschiedlich:

    • Cybermobbing kann aus purer Langeweile entstehen. Ein kleiner Scherz entwickelt sich im Netz aber schnell zu einem großen Problem.
    • Viele Täter*innen fühlen sich cool und mächtig, wenn sie sich ein Opfer vornehmen. Andere wollen einfach nur zu einer Gruppe dazugehören. Aus Angst, selbst zum Opfer zu werden, machen sie mit.
    • Unter den Täter*innen gibt es aber auch solche, die selbst Mobbing erfahren haben und versuchen, sich aus der Opferrolle zu befreien.
    • Auch Stress und Streit in der Klassengemeinschaft oder unter guten Freund*innen kann sich ins Netz verlagern und wird dort weiter verstärkt.
    • Manchmal führen auch Neid, Hass oder Rassismus dazu, dass einzelne Personen im Netz zum Opfer von Cybermobbing werden.

     

     

    Wer sind die Täter*innen?

    Die Täter*innen – „Bully“ (von englisch „Bullying“ = Mobbing) – suchen sich ein Opfer, das sich schlecht gegen die Angriffe wehren kann. Gerade bei Cybermobbing unter Jugendlichen kennen Opfer und Täter*in einander oft aus dem „realen“ Leben wie z. B. der Schule. Die Opfer ahnen deshalb fast immer, wer hinter den Attacken steckt.

    Oft handelt der Bully aber auch anonym, sodass das Opfer nicht weiß, von wem genau die Angriffe stammen. Das ist für die Opfer schlimm, denn nicht zu wissen, wer die Täter*innen sind, macht Angst und verunsichert.

     

    Und was ist mit Bystander*innen?

    Cybermobbing findet in den meisten Fällen vor einem Publikum statt oder gerade weil es dafür ein Publikum gibt. Sogenannte Bystander*innen – die Zuschauenden – können das Mobbing dabei noch verschlimmern. Gewaltakte sind oft gruppendynamische Prozesse, bei denen die Bystander*innen eine wichtige Rolle einnehmen. 

    Der sogenannte Bystander-Effekt kann helfendes Verhalten negativ beeinflussen oder sogar unterbinden. Sei kein*e Bystander*in, sondern engagiere Dich gegen Hass und Ausgrenzung! Wenn Dir etwas auffällt, dann kannst Du auch persönlich etwas verändern.

     

    Wer kann Opfer von Cybermobbing werden?

    Cybermobbing kann jeden treffen! Es gibt die unterschiedlichsten Rechtfertigungen, warum eine bestimmte Person nicht zu passen scheint. Es reicht manchmal schon, wenn sich jemand von der Mehrheit unterscheidet oder zu keiner Clique dazugehört.

    Dass Mobbing-Opfer "böse" und "minderwertig" sind, ist ein Mythos, den Täter*innen gerne verbreiten. Opfer sind im Gegenteil nicht selten Personen, die durch besondere Leistungen, Prominenz, Kreativität etc. auffallen.

    Motive für Cybermobbing können neben Neid auch eine andere Religionszugehörigkeit, Hautfarbe oder sozialer Status sein. Es gibt also nicht das eindeutig zu bestimmende Opfer von Cybermobbing. Potentiell ist jede*r gefährdet, ausgeschlossen und gemobbt zu werden. Es kann jede*n treffen. Und es kann ganz schnell gehen!

     

    Von Kopfschmerzen bis zur Depression

    Die Folgen von Cybermobbing können gravierend sein und besonders bei Mobbing über einen längeren Zeitraum zu ernsthaften psychischen Störungen führen.

    • Opfer von Cybermobbing haben oft Kopf- oder Bauchschmerzen.
    • Sie fehlen öfter in der Schule oder auf der Arbeit.
    • Sie haben Schlafprobleme oder sind generell bedrückt.
    • Alarmsignale sind auch plötzliche Verschlossenheit oder schlechte Noten.
    • Auch der Rückzug in andere Welten, z. B. in Online-Spiele oder Fantasiewelten, kann ein Zeichen für Mobbing sein.

    Natürlich können diese Beschwerden auch andere Ursachen haben, aber Cybermobbing ist eine mögliche davon.

    Das sind mögliche Folgen:

    Minderwertigkeitsgefühle

    Angstzustände und Depressionen

    Körperliche Symptome (Kopf- und Bauchschmerzen)

    Nachlassen der schulischen Leistungen

    Soziale Ausgrenzung

    Selbst zum Täter werden (Selbstjustiz)

     

    Was tun bei Cybermobbing?

    Vor Cybermobbing ist heutzutage leider niemand wirklich gefeit. Umso wichtiger ist es immer dort, wo es stattfindet, Haltung zu zeigen und auch zu erwägen, gegen Mobbing im Internet rechtlich vorzugehen.

    1. Sperre die Täter*innen in den sozialen Netzwerken. Wie das geht, erfährst Du hier.
    2. Reagiere nicht auf beleidigende oder unangenehme Nachrichten. Das spornt die Täter*innen nur an.
    3. Sichere Beweise, indem Du Screenshots von den Attacken machst.
    4. Hol Dir Hilfe bei einer Vertrauensperson, z. B. Freund*in oder Eltern. Du kannst Dich auch in unserer Online-Beratung von jungen Leuten für junge Leute melden. Das Besondere: Die Beratung ist komplett vertraulich und kostenlos. Du kannst also ohne Bedenken mit Deinen Problemen oder Fragen zu uns kommen. Auch Organisationen wie Nummer gegen Kummer bieten Hilfe und Beratung für junge Menschen an. Bei Klicksafe findest Du zudem eine Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App.
    5. Falls das alles nicht hilft und die Attacken nicht aufhören, solltest Du Dich an die Polizei wenden. Zwar ist Cybermobbing nicht direkt strafbar, aber verschiedene Handlungen können rechtlich verfolgt werden.
    6. Und wenn Du Dir das Thema als Workshop für Deine Schulklasse wünschst, schlag Deiner/Deinem Lehrer*in unser kostenfreies Online-Seminar vor.

     

     

    Mit diesen Tipps und ein bisschen Überwindung bist Du schon auf einem guten Weg, um Deine Ruhe zu haben und Dich bei Cybermobbing nicht hilflos zu fühlen!

     

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