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Fake News – Definition, Verbreitung & Beispiele

Fake News können Dir online überall begegnen: bei WhatsApp, Instagram, Twitter oder TikTok. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, warum es diese überhaupt gibt und woran Du sie erkennen kannst.

    

Was sind Fake News?

Bei Fake News handelt sich um manipulierte oder falsche Nachrichten. Aus finanziellen, persönlichen oder politischen Gründen werden dabei bewusst unwahre Behauptungen aufgestellt. Dadurch sollen Menschen getäuscht werden.

Gerüchte und Falschmeldungen hat es zwar schon immer gegeben – heutzutage verbreiten sich solche Meldungen durch das Internet aber viel schneller und erreichen viel mehr Leute.
Fake News verbreiten sich vor allem über Soziale Plattformen (z.B. Twitter und Instagram) oder Messenger (wie WhatsApp und Telegram).
Eine wichtige Rolle spielen aber auch Videoportale (YouTube) oder Verschwörungsportale (watergate.tv).

Wir können somit alle fast überall im Netz auf Fake News stoßen!

 

Fake News-Beispiele

Oft werden Fake News eingesetzt, um Meinungen in der Gesellschaft zu manipulieren oder politische Gegner*innen schlechtzumachen.
Vor allem gefakte Meldungen zu Geflüchteten oder anderen Minderheiten sind häufig auf Twitter und Co. zu finden.
Wir zeigen Dir einige Beispiele für Fake News, die sehr oft geteilt worden sind:

 

Beispiel 1

Besonders im Wahlkampf kursieren viele verschiedene Falschnachrichten. In diesem Beispiel wird behauptet, dass Annalena Baerbock, die Kanzlerkanditation der GRÜNEN, gesagt haben soll, dass die Witwen bald weniger Geld bekommen sollen. Es soll so aussehen, als ob die Politikerin in diesem Bereich Gelder kürzen und die Gelder stattdessen für die Integration von Flüchtlingen investieren möchte. So wollen ihre Gegner*innen gegen Baerbock Stimmung machen. Tatsächlich hat die Politikerin sich zum Thema Witwenrente überhaupt nicht geäußert. Auch im Wahlprogramm der Grünen steht zur Abschaffung der Witwenrente nichts.

Beispiel 2

In einer Pandemie sind wir für Fake News ziemlich anfällig: Ständig ändert sich die Datenlage und dann ist da auch noch die Angst vor einer Infektion. Immer wieder tauchen auch angebliche Wundermittel gegen Corona (z.B. Alkohol oder Kokain) auf. Natürlich helfen diese in keiner Weise! Mehr zu diesem Thema findest Du in unserem Artikel „Coronavirus: Wie Du trotz Fake News den Überblick behältst“.

Beispiel 3

Chester Bennington, bekannt als Sänger von Linkin Park, hat sich 2017 das Leben genommen. Der Musiker sprach offen über seinen Kampf mit Depressionen, seine Drogenprobleme und Kindheitstraumata. Sowohl für die Gerichtsmedizin als auch für die Angehörigen gibt es am Suizid von Bennington keinen Zweifel. Immer wieder kursierten allerdings Fake News: Der Linkin Park-Sänger sei ermordet worden. Der abgebildete Artikel wurde beispielsweise über eine Millionen mal geteilt! Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Verschwörungstheorie: Bennington habe geheime Informationen über Politiker*innen wie Hillary Clinton veröffentlichen wollen und sei deshalb „gestoppt“ worden. Diese komplett erfundenen Geschichten werden verbreitet, um den Ruf von anderen Prominenten zu schädigen, indem ihre Namen mit dem Tod in Verbindung gebracht werden. Umso wichtiger ist es also, solche Fake News nicht zu teilen!

 

Zahlen & Fakten von Fake News

Dass Fake News uns alle betreffen, zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap aus 2020.
Während der Corona-Pandemie waren 76 Prozent der Befragten regelmäßig mit Fake News konfrontiert. Das sind 50 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor!

Eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) Boston geht außerdem davon aus, dass Falschmeldungen bei Twitter im Schnitt fast doppelt so häufig geteilt werden wie andere Inhalte!
Die Verbreitung ist außerdem ungefähr sechs Mal schneller als eine echte Nachricht.

Wie verbreiten sich Fake News – Algorithmen und Social Bots

Bei der Verbreitung von Fake News werden oft so genannte Social Bots eingesetzt – also computergesteuerte Social Media-Accounts, die sich automatisch um die Verbreitung der Meldungen kümmern. Durch die vielen automatisierten Retweets und Likes verbreiten sich Meinungen oder Meldungen schneller und wirken deutlich größer (und wichtiger).

Soziale Plattformen tendieren dazu, Informationen hervorzuheben und zu verbreiten, die besonders starke Reaktionen (positiv wie negativ) hervorrufen. Denn je mehr Posts kommentiert und geteilt werden, desto mehr Geld verdient die Plattform. Bei besonders reißerischen Überschriften („Clickbait“), erhalten die Posts also viel mehr Kommentare und Reaktionen. Was uns angezeigt wird, ist also kein Zufall, sondern wird durch Algorithmen vorgegeben. Mit Hilfe von diesen wird anhand der Daten ausgewählt, was besonders interessant für uns Nutzer*innen ist.
Und zwar ganz individuell: In Deiner Timeline findest Du nur die Inhalte, von denen das Soziale Netzwerk glaubt, dass sie Dir gefallen oder Deiner Meinung entsprechen. Pass also auf, dass Du nicht zu viel Zeit in Deiner Filterbubble verbringst!

 

Fake News erkennen – aber wie?

1. Quellen kritisch prüfen

Ist die Nachricht insgesamt sachlich formuliert? Werden die Argumente nachvollziehbar belegt?
Wirf auch einen Blick auf die Website. Macht die Seite einen seriösen Eindruck?
Im Impressum solltest Du immer Informationen zu den Betreiber*innen der Website finden können.
Dort sollten auch Kontaktdaten angegeben sein.


2. Fakten recherchieren

Auch Daten und Statistiken solltest Du mit Vorsicht genießen.
Schau ob Du die Zahlen und Behauptungen auch auf unabhängigen und seriösen Seiten finden kannst.


3. Bilder & Videos prüfen

Mit einfachen Werkzeugen kannst Du prüfen, ob das Foto zur Bildunterschrift passt.
Die Rückwärtsbildersuche zeigt Dir, ob ein Bild tatsächlich so aktuell ist, wie es scheint oder ob es sich möglicherweise bereits seit Jahren im Netz bewegt.
Das geht zum Beispiel mit der Google Bildersuche oder mit Tiny Eye.
Du gibst dort den Link ein oder lädst die Datei hoch und das Programm zeigt Dir, ob bzw. wo das Bild schon mal genutzt wurde.
Für Videos eignet sich der YouTube DataViewer von Amnesty International.

Diese Faktencheck-Seiten empfehlen wir:

- Mimikama

- Correctiv

- Tagesschau Faktenfinder

Andere vor Fake News schützen

1. Wenn Dir ein*e Freund*in Fake News schickt, kläre die Person auf!

2. Verbreitekeine Nachrichten/Links, die nur verwirren, verunsichern oder verängstigen

3. Wenn Du in Sozialen Netzwerken Fake News oder menschenverachtende Beiträge beobachtest,
melde die Posts! Zusätzlich kannst Du mit einem Kommentar andere User*innen darauf hinweisen,
dass es sich um eine Falschmeldung handelt.

Kettenbriefe

Lügen und Fakes verbreiten sich teilweise auch als Kettenbrief. Zu Beginn der Pandemie kursierten über WhatsApp unzählige Kettenbriefe zum Beispiel zu angeblich geschlossenen Supermärkten oder scheinbaren Wundermitteln gegen Corona. Wurdest Du bei WhatsApp schon mal aufgefordert, eine Nachricht weiterzuschicken? Dabei kann es um alles Mögliche gehen ­– Liebe, Freundschaft, ein vermeintlich cooles Angebot oder eine Warnung, von der angeblich sofort alle erfahren müssen. Der Aufbau ist dabei fast immer gleich. Kettenbriefe enthalten ...

  • eine Aufforderung, die Nachricht weiterzuleiten: „Schicke diesen Brief an 10 Freund*innen ...“,
  • eine Zeitspanne: „Du hast 24 Stunden Zeit!“,
  • ein Druckmittel: „Wenn Du den Brief nicht weiterleitest, dann …!“

Neben harmlosen Kettenbriefen („Schicke dieses Herz an Menschen, die du gern hast“) können einige auch ziemlich gruselig sein. In solchen Briefen wird dann beispielsweise gedroht, dass Dir oder Deinen Mitmenschen etwas zustoßen oder ein Monster in der Nacht an dein Bett kommen könnte. In anderen Briefen werden dir Schnäppchen oder sogar Geldgewinne und Links mitgeschickt. Dahinter verbirgt sich jemand, der Dich mit Werbung zuspammen oder Deine Daten abgreifen will. Solche Nachrichten kommen häufig von unbekannten Nummern.  Also: Solche Nachrichten unbedingt löschen und den Kontakt blockieren!

Unsere Tipps zum Thema Kettenbriefe

  • Lass Dich nicht von Kettenbriefen stressen. Dir kann nichts passieren, wenn Du sie nicht weiterleitest!
  • Leite niemals Kettenbriefe weiter, in denen gemeine Konsequenzen angedroht werden!
  • Klicke nicht auf unbekannte Links, hinter denen angeblich tolle Angebote stecken. Am besten direkt löschen und nicht weiterleiten!
  • Prüfe Hinweise, Warnungen auf Ihren Wahrheitsgehalt – dabei können Dir Seiten wie Mimikama helfen.
  • Harmlose und nette Bilder oder Nachrichten kannst Du weiterleiten, wenn Du Deinen Freund*innen eine Freude machen willst. Wichtig ist nur, dass weder Du noch Deine Freund*innen sich dabei unter Druck gesetzt fühlen.
  • Wenn Du unsicher bist oder weitere Fragen zu dem Thema hast, melde Dich bei unseren Scouts. Sie helfen Dir gern weiter.

Was sind Deepfakes?

Eine bestimmte Form von Fakes wird womöglich in Zukunft immer wichtiger: Deepfakes. Der Begriff setzt sich aus den englischen Begriffen „Deep learning“ (das Lernen von Maschinen durch große Datenmengen) und „Fake“ Wir haben es also mit Fake-Videos, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz produziert werden.

Dort sehen und hören wir zum Beispiel einen Politiker etwas sagen, was er in Wirklichkeit nie gesagt hat! Gesichter oder Stimmen werden ausgetauscht und trotzdem wirken die Deepfakes wie echte Videos.

Besonders häufig sind Prominente von Deepfakes betroffen. Es können aber auch Privatpersonen Opfer von Deepfakes werden: In Australien tauchte die damals 17-jährige Noelle Martin in Pornovideos auf. Jemand hatte mit Hilfe eines Fotos von ihr die Deepfakes erstellt. Dagegen hat sie sich mit Erfolg gewehrt. Gemeinsam mit anderen Aktivist*innen hat sich Noelle erfolgreich für schärfere Gesetze eingesetzt. In Australien sind Deepfakes seit 2018 verboten. Täter*innen drohen mehrjährige Haftstrafen.


Verschwörungstheorien

„Die Mondlandung gab es nicht!“

„Bill Gates hat Corona in die Welt gesetzt, um uns Chips zu implantieren!

„Barack Obama und Angela Merkel sind Reptiloide!

„Die Erde ist flach!“

„Verschwörung bedeutet, dass Menschen sich im Geheimen zusammentun. Diese Menschen nennt man Verschwörer. Sie wollen ein gemeinsames Ziel erreichen. Das Ziel schadet aber oft anderen Menschen. Deshalb halten die Verschwörer es geheim. Eine Verschwörungstheorie ist eine Vermutung über eine solche Verschwörung.“ (Definition bpb)


Verschwörungstheorien gab es schon vor der Erfindung des Internets. Durch Messenger wie Telegram oder Videoportale wie YouTube verbreiten sich solche Geschichten aber viel schneller und weiter. Sie bieten einfache Antworten auf komplexe Fragen und teilen die Welt in „gut“ und „böse“ ein. Oft sind es „die da oben“ (also Politiker*innen oder Chef*innen von großen Firmen) die uns angeblich belügen, manipulieren und einen finsteren Plan verfolgen.

Und genau diese Feindbilder sind gefährlich: So wird in solchen Mythen beispielsweise vor den „mächtigen Juden“ gewarnt, die die gesamte Welt regieren würden. Das schürt Hass auf jüdische Menschen, die auch durch solche Erzählungen online wie offline Attacken ausgesetzt sind. Deshalb ist es wichtig, dass wir bei solchen Geschichten besonders gut hinhören und einschreiten.

Woran Du Verschwörungstheorien erkennst:

- klare Aufteilung von gut & böse, „oben & unten“

- es gibt klare Feindbilder (Politik, Medien, Wirtschaft)

- es gibt keine Zufälle. Alles ist Teil eines größeren Plans!

- die Argumente sind nicht schlüssig und / oder widersprechen sich sogar

- es werden keine wissenschaftlichen / seriösen Quellen genutzt

- es werden viele Frage gestellt, aber keine Antworten gegeben.

Online-Seminar zum Thema Fake News

Das Thema Fake News ist so wichtig, dass es unbedingt auch in der Schule besprochen werden muss. In unserem kostenfreien Online-Seminar "Fake News in Zeiten von Corona" zeigen wir, warum sich Falschnachrichten in Pandemie-Zeiten besonders verbreiten und wie wir uns und andere vor Fake News schützen können.

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