Krisenflut im Feed: Strategien gegen Informationsüberflutung

In einer Welt, in der wir ständig neue Nachrichten, Bilder und Videos von Krisen sehen, sei es ein militärischer Konflikt, Unfälle oder politische Spannungen, kann das schnell emotional überwältigend wirken. Besonders auf Social Media ist Vorsicht geboten: Du scrollst dich von einer Tragödie zur nächsten und bekommst eine Push‑Nachricht nach der nächsten zu schockierenden Meldung. Kein Wunder, dass viele von uns sich emotional komplett ausgelaugt fühlen.

Aber es gibt Wege, mit der “Krisenflut im Feed” umzugehen und das ganz ohne in Apathie oder Dauerangst zu verfallen.

Warum uns Nachrichten manchmal so stark treffen

Wir leben in einer Zeit, in der Informationen in Echtzeit verbreitet werden. Das heißt: Anstatt nur einmal täglich die Nachrichten zu sehen, bekommen wir sie permanent auf unser Handy gepusht. Das kann zu Gefühlen wie Stress, Angst oder Hilflosigkeit führen, auch wenn wir selbst nicht direkt betroffen sind. Außerdem neigt Social Media dazu, negative Inhalte stärker hervorzuheben, denn sie erzeugen Aufmerksamkeit und Reichweite. Das kann dazu führen, dass unser Hirn das Gefühl hat, alles sei noch schlimmer, als es ist. Dieses Phänomen nennt man Doomscrolling (für weitere Informationen, schau gern mal in unserem Lexikon vorbei).

Wie du mit der Informationsflut besser umgehen kannst:

1.  Setze klare Grenzen bei deinem Medienkonsum 📵

Ständige Updates durchzuscrollen kann emotional belastend sein. Dein Nervensytem findet keine Ruhe und ist ständig in Alarmbereitschaft. Versuche Folgendes:

  • Bestimme feste Zeiten für News, z.B. nur 2x am Tag: 1x morgens und 1x abends, reicht vollkommen, um auf dem neuesten Stand zu sein.
  • Deaktiviere Push‑Benachrichtigungen von Nachrichtenseiten und Social Media.
  • Nimm dir bewusst Bildschirmfreie Zeiten am Tag.

Abschalten heißt nicht, dass dir das Weltgeschehen egal ist. Es ist ein Weg, deinen eigenen Akku zu schonen und eine wichtige Form der Selbstfürsorge.

 

2.  Fokussiere dich auf das, was du kontrollieren kannst 🎯 

Es ist normal, sich schlecht oder hilflos zu fühlen, wenn wir große Krisen sehen. Aber was wir wirklich beeinflussen können, ist unser tägliches Leben:

  • Kümmere dich um deine Gesundheit, Beziehungen und Routinen.
  • Setze dir kleine Ziele, bei denen du konkret etwas bewegen kannst.
  • Engagiere dich lokal oder unterstütze Initiativen, die dir wichtig sind. 

Das gibt deinem Tag wieder Struktur und dir selbst das Gefühl von Kontrolle zurück.

 

3.  Sprich darüber – aber bewusst 🗣️

Manchmal hilft es, mit Menschen zu reden, denen du vertraust. Gefühle wie Angst, Traurigkeit oder Überforderung sind normal in solchen Zeiten. Worte geben diesen Gefühlen Raum: Ob im Gespräch mit Freund:innen, durch Tagebuch‑Schreiben oder in einem Newsbeitrag wie diesem. Achte jedoch darauf, dass du negative Schlagzeilen nicht wortlos an deine Freund:innen weiterleitest - denn vielleicht haben sie sich Grenzen für ihren Medienkonsum gesetzt, die du akzeptieren solltest.

 

4.  Self‑Care ist kein Luxus oder “Wegsehen”, sondern notwendige Selbstfürsorge ☀️

Wenn die psychische Belastung zu groß wird, hilft es, aktiv für sich selbst zu sorgen und sich abzulenken:

  • Geh spazieren oder mach Sport.
  • Lies ein Buch, hör Musik, meditiere.
  • Tu etwas, das dir gut tut, ohne schlechtes Gewissen. 

Selbstfürsorge sorgt dafür, dass du langfristig gesund und handlungsfähig bleibst.

 

5.  Fakten statt Gerüchte 💡

Gerade bei heiklen Themen wie politischen Krisen, Unfällen oder Tragödien kann ein Übermaß an Halbwissen oder Spekulationen die innere Unruhe und Stress verstärken. 

Wenn du dich informieren willst, achte darauf, verlässliche Quellen zu nutzen, die sachlich und neutral berichten.

 

Weitere Tipps für gesunden Medienkonsum findest du auch in unserem Online-Ratgeber:

 

Tipps für gesunden Medienkonsum

 

In unserem Instagram-Beitrag haben wir 4 Tipps für dich, wie du deine medienfreie Zeit im Winter gestalten kannst:

Du darfst informiert bleiben: Aber achte auf dich!

Die Welt ist komplex und es passieren viele beunruhigende Dinge, wie die jüngsten Ereignisse rund um Venezuela oder tragische Unglücke wie in der Schweiz. Doch du kannst lernen, wie du damit umgehst, ohne dich selbst zu verlieren.

„Krisenflut im Feed“ kann eine Metapher dafür sein, wie das moderne Informationszeitalter auf uns wirkt, aber sie kann auch ein Ausgangspunkt sein, um zu reflektieren, wie du deine mentale Gesundheit schützen kannst.

 

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