Social Media verbieten – und dann?

Australien hat als eines der ersten Länder weltweit Social Media für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Seit Ende 2025 dürfen junge Menschen dort keine eigenen Accounts mehr auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat haben. Das Gesetz greift tief in den Alltag der Jugendlichen ein, denn soziale Medien sind für viele ein wichtiger Ort für Freundschaften, Austausch und Lernen. Gleichzeitig sollen junge Menschen so besser vor Risiken im Netz geschützt werden – etwa vor Cybermobbing, gefährlichen Trends und Challenges, exzessiver Nutzung oder starkem Leistungsdruck. Befürworter:innen sehen darin einen klaren Schritt, um Kinder im digitalen Raum zu schützen, während Kritiker:innen warnen, dass ein pauschales Verbot die Lebensrealität junger Menschen stark einschränkt und wichtige Chancen auf Austausch und Teilhabe verwehrt.

Wenn du mehr zum Thema Cybermobbing, Challenges oder Mediensucht erfahren möchtest, findest du hier Definitionen, Fakten und Tipps:

Online-Ratgeber

Was bedeutet das Gesetz genau?

Die Verantwortung für die Umsetzung liegt bei den Plattformen selbst. Sie sind verpflichtet, das Alter ihrer Nutzer:innen zu überprüfen und den Zugang für unter 16‑Jährige zu unterbinden. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen für die Plattformen. Erste Rückmeldungen zeigen jedoch, dass die technische Umsetzung herausfordernd ist: Altersverifikationen funktionieren nicht immer zuverlässig und manche Jugendliche versuchen, das Verbot zu umgehen.

Eine erste Bilanz zeigt: Nach Angaben der australischen Regierung wurden in den ersten Wochen nach Inkrafttreten des Gesetzes rund 4,7 Millionen Social-Media-Konten von unter 16‑Jährigen deaktiviert oder gesperrt. Diese Zahl verdeutlicht, wie stark das Verbot in den digitalen Alltag junger Menschen eingreift – sei es beim Chatten mit Freund:innen, beim Austausch über Hobbys oder beim Lernen und Mitmachen in Online-Communities. 

Kontroverse Diskussionen über das neue Gesetz

Im Großen und Ganzen gibt es zwei kontroverse Haltungen zum Social-Media-Verbot in Australien: Befürworter:innen sehen darin einen wichtigen Schritt für den Jugendschutz und eine klare Begrenzung digitaler Risiken. Kritiker:innen hingegen warnen, dass ein pauschales Verbot die Probleme nicht löst, sondern sie nur verlagert – etwa durch Umgehungsstrategien oder den Ausschluss hilfreicher digitaler Angebote. 

Auch erste Rückmeldungen aus Familien und Fachstellen zeigen ein gemischtes Bild: Während einige eine Entlastung im Alltag wahrnehmen, berichten andere von Isolation, fehlendem Austausch und dem Verlust wertvoller digitaler Unterstützungsräume.

Was denkt JUUUPORT darüber?

Wir bei JUUUPORT sehen pauschale Social-Media-Verbote kritisch. Aus unserer Erfahrung wissen wir: Risiken im Netz verschwinden nicht durch Verbote allein.

Soziale Medien sind ein fester Bestandteil der Lebensrealität junger Menschen. Sie sind Orte des Austauschs, der Information, der Selbstverwirklichung – und oft auch der Unterstützung. Digitale Teilhabe ist heute ein wichtiger Teil gesellschaftlicher Teilhabe.

Statt junge Menschen pauschal auszuschließen, braucht es:

  • frühzeitige und kontinuierliche Medienbildung
  • altersgerechte Schutzmechanismen auf Social-Media-Plattformen
  • Begleitung durch Erwachsene und Fachkräfte: Ohne erhobenen Zeigefinger, sonder mit Interesse und Verständnis für die Lebensrealität junger Menschen
  • niedrigschwellige Hilfs- und Beratungsangebote

Jugendschutz ist keine Mauer, sondern ein Kompass. Dieser zeigt jungen Menschen, wie sie sicher, selbstbestimmt und informiert online unterwegs sind.

Der Blick nach Australien zeigt: Ein Social-Media-Verbot ist ein starker Eingriff in das Leben junger Menschen, aber mit unklarer langfristiger Wirkung. Entscheidend bleibt die Frage, wie junge Menschen nachhaltig geschützt und gleichzeitig in ihrer digitalen Lebensrealität ernst genommen werden können.

Schützen Verbote wirklich oder brauchen wir bessere Regeln, mehr Aufklärung und mehr Unterstützung für junge Menschen im Netz?

Diese Debatte ist wichtig und sie sollte junge Menschen mit einbeziehen.

Wenn du Unsicherheiten oder Probleme im Netz hast, wende dich an unsere JUUUPORT-Scouts:

Zur Beratung