Neue Studie zeigt: Cybermobbing betrifft immer mehr Jugendliche

Cybermobbing nimmt weiter zu: Laut einer neuen bundesweiten Studie haben 20,7 Prozent der befragten Schüler:innen bereits Erfahrungen mit Mobbing im Internet gemacht – das ist mehr als jede fünfte Person. Besonders häufig gehen die Angriffe vom direkten sozialen Umfeld aus, etwa von Mitschüler:innen oder Bekannten. Beleidigungen in Gruppenchats, verletzende Kommentare oder das Verbreiten peinlicher Bilder können für Betroffene sehr belastend sein und ihren Alltag weit über das Internet hinaus beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Aufklärung, Prävention und niedrigschwellige Beratungsangebote sind. 

Doch was steckt hinter den Zahlen und wo finden Betroffene Unterstützung?

Cybermobbing betrifft mehr junge Menschen als noch vor zwei Jahren

Beleidigungen in Gruppenchats, verletzende Kommentare unter Posts oder peinliche Bilder, die ohne Zustimmung verbreitet werden: Cybermobbing hat viele Gesichter. Wie verbreitet das Problem ist, zeigt die neue Studie „Cyberlife VI“ des Bündnisses gegen Cybermobbing, deren Ergebnisse am 13. Oktober 2026 veröffentlicht wurden.

Demnach haben 20,7 Prozent der befragten Schüler:innen bereits Cybermobbing erlebt. Bei der vorherigen Erhebung im Jahr 2024 waren es noch 18,5 Prozent. Damit ist der Anteil der Betroffenen erneut gestiegen. Für die Studie wurden 4.525 Schüler:innen, 1.113 Eltern sowie 716 Lehrkräfte online befragt.

Cybermobbing endet nicht nach Schulschluss

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Cybermobbing häufig eng mit dem Alltag in der Schule verbunden ist. 70 Prozent der befragten Schüler:innen, die von Cybermobbing betroffen waren, gaben an, dass die angreifenden Personen aus ihrer Klasse kamen. 71 Prozent kannten die Personen, von denen sie online gemobbt wurden, persönlich.

Das bedeutet: Die Konflikte finden oft nicht nur im Internet statt, sondern setzen sich auch im direkten persönlichen Umfeld fort. Gleichzeitig können digitale Angriffe Betroffene überall erreichen – auch nach dem Unterricht oder zu Hause, wo sich Kinder und Jugendliche eigentlich sicher fühlen sollten.

Cybermobbing kann sehr belastend sein und das Selbstwertgefühl, das Sicherheitsgefühl und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, die Erfahrungen Betroffener ernst zu nehmen und ihnen Unterstützung anzubieten.

Auch KI trägt einen Teil zu Cybermobbing bei

Die Studie nimmt auch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Zusammenhang mit Cybermobbing in den Blick. KI kann beispielsweise genutzt werden, um Bilder oder andere Inhalte zu manipulieren und Menschen gezielt bloßzustellen oder zu belästigen.

Solche Entwicklungen machen deutlich, dass Prävention mit den digitalen Lebenswelten junger Menschen Schritt halten muss. Jugendliche brauchen Wissen darüber, wie sie problematische Inhalte erkennen, ihre Privatsphäre schützen und bei digitalen Angriffen reagieren können. Gleichzeitig stehen auch Schulen, Eltern und Plattformen in der Verantwortung, wirksame Schutz- und Unterstützungsstrukturen zu schaffen.

Was tun, wenn du von Cybermobbing betroffen bist?

Wenn du online angegriffen wirst, gilt: Du bist nicht schuld daran, dass andere dich mobben. Und du musst mit der Situation nicht allein bleiben.

  • Hol dir Unterstützung: Sprich mit einer Person, der du vertraust, beispielsweise eine:r Freund:in, einer Lehrkraft oder einem Familienmitglied.
  • Sichere Beweise: Screenshots und Chatverläufe können hilfreich sein, wenn du die Vorfälle melden möchtest.
  • Nutze Meldefunktionen: Melde beleidigende oder bedrohliche Inhalte bei der jeweiligen Plattform. Du kannst Personen, die dich angreifen, außerdem blockieren.
  • Achte auf dich: Du musst nicht sofort auf Nachrichten reagieren oder dich vor anderen rechtfertigen. Nimm dir Zeit und hol dir Unterstützung.

Auch wenn du Cybermobbing bei anderen beobachtest, kannst du etwas tun: Stelle dich nicht auf die Seite der angreifenden Personen, verbreite verletzende Inhalte nicht weiter und zeige der betroffenen Person, dass sie nicht allein ist.

Wir helfen dir!

Du hast Stress im Klassenchat, wirst online beleidigt oder weißt nicht, wie du mit einer Situation im Netz umgehen sollst? Bei JUUUPORT kannst du dich kostenlos, vertraulich und anonym beraten lassen.

Unsere ehrenamtlichen Scouts sind Jugendliche und junge Erwachsene, die andere junge Menschen bei Problemen im Internet unterstützen. 

Zur Beratung bei Cybermobbing

 

 


Mehr Infos zum Thema

Hilfreiche Infos zum Thema Cybermobbing findest du auch in unserem
Online-Ratgeber

 

JUUUPORT-Scout Fabian hat zur Veröffentlichung der Studie Tipps und Hilfemöglichkeiten in diesem Beitrag vorgestellt.

Tagesschau-Beitrag mit Scout Fabian

 

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