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In die Falle getappt! Intime Videos als Druckmittel

Im Internet kann man fast überall von Unbekannten angesprochen werden: In Sozialen Netzwerke wie Facebook, Messengern wie WhatsApp oder Online-Games wie Minecraft. Diese Virtuellen Orte sind wie große öffentliche Plätze in der realen Welt, wo sich viele Menschen begegnen. Der Unterschied zum realen Leben: Im Netz trauen sich manche Menschen viel schneller, andere anzusprechen oder anzuflirten. Viele der Gespräche sind interessant oder lustig und manchmal bilden sich auch online echte Freundschaften. Doch leider haben nicht alle UserInnen gute Absichten.

 

Die Sextortion-Masche

Mittlerweile mehren sich auch in Deutschland Fälle von „Sextortion“. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „Sex" und „Extortion" (engl. „Erpressung") zusammen. Durch Fake-Profile mit Bildern von sehr hübschen jungen Frauen oder Männern werden InternetuserInnen in Gespräche verwickelt. Kurz darauf werden sie in Video-Chats wie etwa Skype gelockt. Dann beginnt das Gegenüber damit, sich auszuziehen. Die intimen Videos von den vermeintlichen Chat-PartnerInnen werden von den ErpresserInnen häufig vom Band abgespielt. In diesem Fall hat man es in Wirklichkeit also gar nicht mit der Person zu tun, die auf den Bildern zu sehen ist, sondern mit BetrügerInnen.

Die Person in dem Video fordert das Gegenüber anschließend dazu auf, sich ebenfalls auszuziehen und/oder sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Lässt das Opfer sich zu intimen Handlungen hinreißen, weil es denkt, sich in einem privaten Chat zu befinden, wo auch das Gegenüber Intimes von sich zeigt, ist man auf die Masche der BetrügerInnen reingefallen. Durch Mitschnitte oder Screenshots wird der Video-Chat dokumentiert und anschließend werden die Betroffenen mit den intimen Bildern oder Videos erpresst.Aber auch, wenn das Opfer den Betrugsversuch rechtzeitig erkennt und nicht auf die Forderung eingeht, sich vor laufender Webcam auszuziehen oder freizügige Fotos von sich zu schicken, kann es zur Erpressung kommen. Die TäterInnen verwenden dann harmlose Videoaufnahmen aus dem bisherigen Chat, in denen das Gesicht der Betroffenen erkennbar ist und schneiden diese mit Aufnahmen sexueller Handlungen zusammen.

 

Schamgefühl als Druckmittel

Oft geht es bei der Erpressung um Geld und die ErpresserInnen drohen damit, die Aufnahmen in Sozialen Netzwerken zu veröffentlichen oder an FreundInnen und Eltern der Opfer zu verschicken, sollte nicht gezahlt werden. Um den Druck zu erhöhen, werden die Mitschnitte aus dem Video-Chat zum Beispiel – vorerst als „privates" Video – bei YouTube hochgeladen. Dieser Link wird dann an die Betroffenen geschickt. Natürlich haben diese Angst und schämen sich. Das wird rücksichtslos ausgenutzt.

Klar ist: Diese Betrugsmasche ist verboten. Es ist nicht erlaubt, Bilder und Videos von anderen ins Netz zu stellen, die diese bloßstellen oder herabsetzen. Damit wird das „Recht am eigenen Bild“ verletzt.

 

Was Du tun kannst, um gar nicht erst Opfer von Sextortion zu werden

  • Überprüfe deine Privatsphäre-Einstellungen und überlege, welche Inhalte Du wirklich öffentlich machen willst. ErpresserInnen suchen nach Opfern, die viel von sich und Ihren Freunden preisgeben. Somit kann später auch mit der Veröffentlichung intimer Bilder oder Videos an diese Freunde gedroht werden. Schalte deine Freundesliste (z.B. bei Facebook) in den Privatshpäreeinstellungen bei "Wer kann deine Freundesliste sehen?" auf "Nur ich". Wenn Du ganz sicher gehen willst, wähle bewusst ein Profilbild, auf dem Du nicht eindeutig zu erkennen bist (z.B. nur ein Teil des Gesichts, Hinterkopf, Landschaftsaufnahme etc.), denn Profilbilder sind in den meisten Sozialen Netzwerken immer öffentlich sichtbar.
  • Sei vorsichtig im Netz unterwegs: Du kennst die Menschen, mit denen Du chattest, nicht und solltest ihnen nicht alles glauben, was sie dir erzählen. Deswegen solltest du grundsätzlich erst einmal skeptisch sein, insbesondere dann, wenn plötzlich eine fremde Person anfängt, wild mit dir zu flirten. Deine Offenheit, die grundsätzlich etwas Tolles ist, könnte so ausgenutzt werden. Erst recht, wenn die Person dich dann ziemlich schnell intim wird und auch dich zu intimen Handlungen auffordert, solltest Du hellhörig werden.
  • Achte auf Warnsignale: Die BetrügerInnen geben sich in den Fake-Accounts meist als sehr attraktive Personen aus. Außer der tollen Fotos gibt es allerdings kaum persönliche Informationen im Profil. Häufig sind die BetrügerInnen Mitglied in vielen einschlägigen Gruppen rund um die Themen Flirten und Dating.

 

Was Du tun kannst, wenn du bereits in die Sextortion-Falle getappt bist

  • Bewahre erst einmal Ruhe und atme durch. Es gibt eine Lösung für das Problem.
  • Brich den Kontakt ab, blockieren die Person in deiner Freundschaftsliste und melde ihn auf der entsprechenden Seite.
  • Sichere Beweise, indem Du Screenshots vom Chat-Verlauf machst.
  • Zahle keinesfalls das geforderte Geld – die ErpresserInnen würden anschließend wahrscheinlich immer mehr Geld fordern.
  • Falls Fotos und/oder Videos im Internet auftauchen sollten, kontaktiere die SeitenbetreiberInnen und lass die Inhalte entfernen.
  • Hol dir Hilfe bei Vertrauenspersonen oder (anonymen) Beratungsstellen wie JUUUPORT. Du brauchst dich nicht zu schämen, weil Du in eine Falle getappt bist – das ist auch schon vielen anderen auf ähnliche Weise passiert. Die Masche der ErpresserInnen ist nicht richtig, sogar gesetzlich verboten. Also, lass dich nicht einschüchtern.
  • Schalte die Polizei ein und erstatte Anzeige. Erpressung ist strafbar und die BetrügerInnen sollten gestoppt werden, damit nicht noch mehr in ihre Falle tappen.

 

 

Quellen:
www.saferinternet.at/news/news-detail/article/sextortion-erpressungen-per-video-chat-immer-haeufiger-502/
www.rataufdraht.at/themenubersicht/handy-internet/erpressung-nach-sex-skype
www.polizei-praevention.de/aktuelles/sextortion.html
www.onlinesicherheit.gv.at/services/news/169517.html

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