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Bodyshaming – Die Kritik am (eigenen) Körper

Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, zu wenig Oberweite, zu wenig Muskeln … Das Idealbild von menschlichen Körpern in Deutschland ist für den Großteil der Bevölkerung fast schon unerreichbar. Keiner von uns scheint die perfekten Maße zu haben. Gerade deshalb versuchen viele, diesen Traum zu erreichen: durch Fitness, Diäten und ständige Selbstkontrolle. Doch wovon lassen wir uns da eigentlich leiten? Warum können wir uns nicht einfach so gefallen wie wir sind?

 

Der perfekte Körper – Eine von der Werbebranche geschaffene Illusion

Sicher haben die Bilder, die uns täglich durch die Werbung erreichen, einen starken Einfluss auf uns. In den seltensten Fällen entsprechen diese jedoch der Realität. Fast immer wird gephotoshopt, was das Zeug hält – bis kein Fältchen, keine Hautrötung und kein Fettpölsterchen mehr zu sehen ist und die Taille noch etwas schlanker, die Muskeln noch etwas größer sind. Natürlich dient auch das dem Zweck, Produkte zu verkaufen, die einen noch schöner, noch schlanker, noch sportlicher und damit noch beliebter und erfolgreicher machen.

Im Juni 2016 wurde etwa eine Werbekampagne für Proteinpulver (Diätgetränk) kritisiert, die ein sehr schlankes Model in einem Bikini zeigt. Daneben steht die Frage: „Are you beach body ready?“ ("Hast du eine Strandfigur?"). Das retuschierte Model scheint makellos. Doch vielen Londonern und mit inbegriffen dem Londoner Bürgermeister gefällt das gar nicht. Nun soll die Londoner U-Bahn künftig auf solche Werbung verzichten, um Menschen und insbesondere Jugendliche nicht dem Schlankheitswahn auszusetzen. Das ist ein guter Schritt, ein Zeichen gegen illusorische Bilder in der Werbung, die falschen Druck ausüben.

 

Nobody is perfect …

Dennoch ist der Körperkult und die Bewertung von Körpern längst Alltag. Aktuell gibt es (nicht nur) im Netz eine Bewegung namens Bodyshaming. Bodyshaming heißt so viel wie den Körper anderer kritisieren. Da wird zum Beispiel eine junge Studentin, die ein paar Kilos mehr hat, dafür kritisiert, dass sie sich online im kurzen Rock oder bauchfrei zeigt – so wie es viele Millionen anderer junger Frauen auch machen. Doch in Sachen Kleidung gibt es viele ungeschriebene Gesetze. Ein Kleidungsstück ist nur dann toll, wenn es eine Frau schlank aussehen lässt. Alles, was dick macht, ist verboten. Da muss man sich nur mal die ganzen Styling-Tipps auf den einschlägigen Beauty-Seiten und -Blogs ansehen.

Aber auch sehr dünne Mädchen werden online angefeindet. Da stehen dann Sätze wie „Iss mal was!“ oder „Was für ein Skelett“. Genauso bei Männern. Wenn die Muskeln fehlen, können verletzende Kommentare folgen, die im ersten Moment vielleicht gar nicht böse gemeint sind: „Du bist so dünn!“. Doch so ein Satz kann genauso treffen wie der Satz „Du bist so dick!“.

 

… oder doch?

Warum können wir andere und vor allem uns selbst nicht einfach so akzeptieren und schön finden wie sie und wir sind? Gerade die Vielfalt macht eine Gesellschaft doch erst spannend. Wie langweilig wäre es, wenn wir alle gleich aussehen würden? Vielleicht sollten wir uns nicht dauernd selbst optimieren wollen, sondern mehr Gelassenheit lernen.

Die Londoner haben es schon vorgemacht und ein tolles Zeichen gesetzt. Neben den Slogan „Are you beach body ready?“ haben sie ürbrigens Sätze wie „Everyone ist beach body ready“ oder „If my body is on a beach, it is ready“ geschrieben. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

 

 

Quellen: 
www.stern.de/familie/beziehung/body-shaming--maedels--hoert-auf-euch-fertig-zu-machen-6754890.html
www.brigitte.de/beauty/schoen/perfekter-koerper-1242385/
www.welt.de/vermischtes/article156205479/Davor-will-Londons-Buergermeister-seine-Toechter-schuetzen.html
meedia.de/2016/06/13/schutz-vor-body-shaming-london-verbietet-extreme-bikini-werbung-in-u-bahnen-und-bussen/
www.amicella.de/body-soul/psychologie/was-body-shaming-bedeutet/
www.vice.com/de/read/body-shaming-bei-maennern-319
marthamacht.de/sagt-nein-zu-body-shaming/

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