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Fantastic Runtastic? Die Fitness-App unter der Lupe

Auf die Plätze, fertig, los! Fitness liegt voll im Trend, Bewegung macht Spaß und ist gesund. Natürlich wissen das auch einige Firmen und bieten Sport- und Fitness-Apps an, die den Nutzerinnen und Nutzern einen Überblick über die gelaufene Strecke, die benötigte Zeit und verbrauchte Kalorien geben. Wir haben eine dieser Apps mal genauer angeschaut.

 

Kostenlose Version mit begrenzten Features

Die meisten Apps sind erst einmal gratis, so etwa auch die App "Runtastic Laufen und Fitness". Jede/r kann sich die App downloaden und drauf los joggen. Über GPS zeichnet die Tracking-Anwendung die gelaufene Strecke, die Geschwindigkeit und die verbrannten Kalorien auf. Das Ergebnis ist oft interessant, um abschätzen zu können, wie weit man eigentlich gelaufen ist und um beim nächsten Lauf zu sehen, ob man es vielleicht noch etwas weiter oder schneller schaffen kann. Das stärkt den Trainings-Effekt und spornt an.

Kostenlos sind auch Funktionen wie eine Übersicht über die eigene Aktivität, den Verlauf (also wann bin ich wie lange gelaufen) oder auch Statistiken (Übersicht über die monatliche Aktivität). Um sich mit Freunden zu messen, können die Ergebnisse direkt auf Facebook oder Twitter geteilt werden. Auf der Webseite www.runtastic.com können Nutzerinnen und Nutzer zudem veröffentlichen, wo sie ­gerade laufen, und umgekehrt nachschauen, welche anderen Userinnen und User wann und wo unterwegs ist – Social Sport sozusagen.

In der App gibt es auch die Möglichkeit, Ranglisten zu erstellen bzw. einzusehen. Um dies zu ermöglichen, muss man der App allerdings erlauben, auf die Kontakte im Handy oder bei Facebook zuzugreifen. Freundeslisten werden so gegen neue Features getauscht.

Diese Freundeslisten sind für Firmen wie Runtastic sehr wertvoll, da sie diese Informationen an Werbefirmen verkaufen können. Und genau mit der Werbung dieser Firmen wird man in der kostenfreien Version konfrontiert. Das ist ziemlich nervig, da sie den Bildschirm verkleinern und man sie ständig wieder wegklicken muss.

Neben der Werbung gibt es auch immer wieder Hinweise auf die kostenpflichtige Version „Runtastic Premium“. Mit Aufforderungen wie „Hol dir Runtastic Premium“ oder „Premium bringt dich weiter“ wird man dazu animiert, sich doch besser die kostenpflichtige App zu holen, um Runtastic voll und ganz nutzen zu können. Denn „weiter“ kommt man eben nur mit der kostenpflichtigen Version.

 

Erfolg gegen Geld?

In der kostenpflichtigen Premium-Version kann man auf bestimmte Trainingspläne zugreifen und sogenannte „Story Runs“ (Abenteuer, Fantasy, Motivation und Abnehmen). Außerdem wird die nervige Werbung nicht angezeigt und man bekommt „Runtastic Routen, farbige Streckenabschnitte, Intervalltrainings und individuelle Workouts“. Es stehen ein Sprachcoach und Powersongs für die Motivation zur Verfügung und es gibt viele weitere zusätzliche Vorteile und Funktionen für Premium-Mitglieder. Die Mitgliedschaft kostet monatlich 9,99 EUR oder man entscheidet sich gleich für ein Jahresabo und zahlt dann jährlich „nur“ 59,99 EUR.

Neben "Runtastic Laufen und Fitness" werden noch weitere Apps angeboten: zum Beispiel fürs Radfahren oder Mountain­biken, fürs Aufzeichnen von Push-ups, Sit-ups und Pull-ups, ein Sixpack-Trainer, ein Trainer speziell für einen knackigen Po oder wohlgeformte Beine, ein Schrittzähler, ein Höhenmeterzähler, ein Messgerät für die Herzfrequenz und die App "Sleep Better", mit deren Hilfe der Schlaf optimiert werden soll.

Außerdem gibt es viele Hardware-Produkte, die auf die Runtastic-Apps abgestimmt sind und das Angebot ergänzen. Runtastic wirbt: „So kannst du deine Aktivitäten aufzeichnen und deine Fortschritte verfolgen. Vergiss Kompatibilitätsprobleme - innerhalb des Runtastic-Ecosystems passt alles zusammen!“ So gibt es etwa eine Art Armbanduhr, die Schritte, verbrannte Kalorien, aktive Minuten, Schlafqualität und -dauer zählt oder auch eine Art Waage, womit man Körperdaten wie Gewicht, Fett- und Wasseranteil, Muskel- und Knochenmasse, BMI, BMR und AMR (Kalorienverbrauch) analysieren kann – und noch einige Geräte mehr.

 

Welche Daten gibt man ab?

Selbst wenn man bei Gratisversion bleibt und diese nutzt, erlaubt man der App schon einiges. So zum Beispiel Zugriff auf die Identität des Users (also die Profildaten und Benutzer­konten), auf den Standort (GPS), die Handy-Bilder, -Videos und -Audiodateien sowie Kamera und Mikrofon. Dokumentiert werden zudem folgende persönliche Daten: Bewegungsgewohnheiten (über GPS), Vitalfunktionen (Pulsmessung durch Handykameralinse), wie und wann geschlafen wird (mittels kostenloser Runtastic-App Sleep Better) – und wann man sich in welcher Stimmung befindet (Userinnen und User geben die Stimmung über ein Smiley-System bekannt). Was mit den Daten passiert und wie sicher diese von Runtastic verwahrt werden, lässt sich nicht herausfinden.

 

Privatsphäre-Einstellungen überprüfen

Wenn man seine Laufrouten im Netz veröffentlicht, kann man theoretisch von anderen Usern gefunden und im schlimmsten Fall gestalkt werden. Auch könnte man bloßgestellt werden, wenn beispielsweise jemand die aufgezeichneten Stimmungen mitliest und veröffentlicht.

Deshalb sollte man sich gut überlegen, was man alles öffentlich macht. Unter den Privatsphäre-Einstellungen kann man festlegen, wer welche Informationen zu sehen bekommt. So kann das "Live-­Tracking"-Feature, das es anderen Userinnen und Usern ermöglicht, die Route und andere Infos des aktiven Nutzers einzusehen, deaktiviert werden.

Wie immer raten wir euch, so sparsam wie möglich mit euren Daten umzugehen. Überlegt euch also gut, ob ihr eure persönlichen Infos wirklich auf Facebook teilen wollt. Tut ihr dies nicht, können eure Daten nicht an IT-Konzerne weitergeleitet und dort für was auch immer verwertet werden. Um die Verbindung zu Facebook zu trennen, folgt einfach diesen Schritten: Menü/Einstellungen/Persönliche Info/Profil bearbeiten/Soziale Verbindung/Verbindung trennen.

Wollt ihr ganz auf Fitness­tracker wie Runtastic verzichten? Dann könnt ihr euer Konto ganz einfach löschen: Loggt euch auf www.runtastic.com ein, geht im Menü auf „Einstellungen“ und dann auf „Login-Daten“, danach rechts unten auf „Meinen Account löschen“ und „OK“ klicken. Fertig.

 

Fazit

Grundsätzlich sind Fitness-Apps nicht schlecht, weil sie auch Sportmuffel zum Sport animieren können. Allerdings sollte man hier – wie übrigens bei jeder App – darüber Bescheid wissen, was man selbst als indirekte Bezahlung (Freundeslisten, persönliche Daten, usw.) für die zunächst kostenlose App über sich verrät. 

Vielleicht überlegt ihr lieber nochmal, ob ihr euch und eure Leistung wirklich mit Apps messen müsst oder ob es nicht reicht, euer eigenes Tempo zu laufen. Ihr könnt euch ja auch langsam zu steigern, indem ihr zum Beispiel nach und nach die Runde etwas vergrößert oder ein paar Übungen wie Sit-Ups oder Liegestütze zwischendurch einbaut. Dafür braucht man keine App und keine techische Ausrüstung! 

 

Quellen:
www.konsument.at/cs/Satellite
www.konsument.at/freizeit-familie/datenschutz-runtastic
www.absatzwirtschaft.de/erfolgsstory-runtastic-das-vermessene-ich-16453/
www.runtastic.com/de/

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