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Cybergrooming - sexuelle Anmache im Internet

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> Und was trägst Du drunter?

Ein nettes Gespräch, unverfängliche Themen – so geht es meistens los. Doch leider bleibt es oft nicht dabei. Das Gespräch entwickelt sich schnell zu einer sexuellen Anmache im Internet: Man spricht vom sogenannten „Cybergrooming“.

Wer betreibt Cybergrooming und warum?

Menschen, die „Cybergrooming“ betreiben, sind meistens Erwachsene mit sexuellem Interesse an Kindern oder Jugendlichen, die versuchen in Chats oder Sozialen Netzwerken zunächst das Vertrauen zu diesen aufzubauen. Anschließend verwickeln sie die Opfer in sexuelle Gespräche oder sogar Handlungen. Diese Menschen nennt man Pädosexuelle oder Pädokriminelle.

Derzeit steigt die Anzahl der Cybergrooming-Fälle deutlich an, was unter anderem sicher auf die Vielzahl an Sozialen Netzwerken und die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten zu Kindern und Jugendlichen zurückzuführen ist. Die Onlineumgebung, auch im Bereich der Games, wird durch den Kontakt mit anderen Usern erst so richtig interessant. Dort können emotionale Bindungen entstehen, was Pädokriminelle für sich nutzen.

Die Anonymität im Netz ermöglicht es, ihre persönlichen Angaben so zu verfälschen, dass die Angesprochenen zum Beispiel denken, sie würden mit Gleichaltrigen chatten oder spielen. Oft fühlen diese sich zunächst geschmeichelt, wenn ihnen zum Beispiel Komplimente zum Profilfoto gemacht werden. Wenn das Gespräch dann in die sexuelle Richtung abdriftet, sind sie entweder überrumpelt oder neugierig, weshalb sie nicht gleich das Gespräch beenden. Die kindliche/die jugendliche Neugier wird von den Erwachsenen ausgenutzt.

Was ist die Gefahr bei Cybergrooming?

Cybergrooming kann gefährlich werden, da Kinder und Jugendliche mit sexuellen Inhalten konfrontiert werden, mit denen sie eventuell noch nicht umgehen können. Sie selbst haben den sexuellen Kontakt von sich aus in den Chats gar nicht gesucht und haben im realen Leben vielleicht noch keine Erfahrungen damit gemacht. Tiefe Verunsicherung bei den Kindern und Jugendlichen ist oft die Folge solcher Annäherungen durch Pädosexuelle.

Auch bleibt es oft nicht beim Chat-Gespräch. Wenn der erste Kontakt erstmal hergestellt ist, wollen die Pädokriminellen meist auf Messenger wie etwa Skype wechseln, wo das Kind oder der Jugendliche dann auch vor Nacktbildern, Links zu Pornoseiten und der Livekamera nicht mehr sicher ist. Ein nächster, noch gefährlicherer Schritt ist dann der Vorschlag eines Treffens – nicht in der virtuellen, sondern in der realen Welt.

Wie kann man sich gegen Cybergrooming schützen?

Tipp 1: Gegen ein nettes Gespräch im Netz ist nichts einzuwenden. Achte aber darauf, nicht jedem blind zu vertrauen, den Du online kennenlernst. Du kannst nicht wissen, wer sich wirklich hinter dem Nickname versteckt und was für Absichten er hat.

Tipp 2: Geh sparsam mit deinen persönlichen Daten, Bildern und Videos um, und schütze deine Online-Profile (z.B. durch die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook), damit nicht jeder sehen kann, wie alt Du bist, wo Du wohnst, wann Du Geburtstag hast und was deine Lieblingsserien sind.

Tipp 3: Bleibe am besten in öffentlichen Chats und vermeide es mit Chatpartnern gleich in private Chats zu wechseln, wo eure Kommunikation verborgen ist. Wenn ein Chatpartner sehr schnell mit dir allein sein will, könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass er den sexuellen Kontakt sucht. Und über Hobbies, Lieblingsmusik oder die Schule kann man ja auch in öffentlichen Chats sprechen – mit Freuden unterhältst Du dich ja auch auf der Straße oder in Cafés.

Tipp 4: Schicke dem Chat-Partner nicht gleich alles, was er von dir haben möchte (z.B. Fotos oder Videos). Du würdest fremden Personen im normalen Leben ja auch nicht gleich dein Fotoalbum zeigen.

Tipp 5: Und zu guter Letzt: Lasse dich nicht auf ein Treffen mit dem Chatpartner ein! – Erst recht nicht allein bei ihm zuhause oder an einsamen Orten. Die Situation könnte wirklich gefährlich für dich werden!

Formen der Hilfe

Falls Du bereits selbst Erfahrung mit Cybergooming gemacht hast und Hilfe suchst, wende dich am besten an eine Vertrauensperson, wie deine Eltern oder eine gute Freundin/einen guten Freund. Du brauchst dich nicht für das Thema zu schämen, viele haben dieselbe Erfahrung gemacht wie Du. Falls dir die Situation doch zu unangenehm ist, melde dich einfach bei uns. Hier kannst Du unsere jugendlichen Scouts anonym um Rat fragen, die ganz sicher Verständnis für deine Situation haben werden. 

Auch am Opfertelefon des Weißen Rings findest Du Hilfe, wenn Du Opfer von Cybergrooming geworden bist.

Solltest Du Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sein, kannst Du dir beim Hilfetelefon Sexueller Missbrauch Hilfe holen.

Mache am besten Screenshots von dem Chat-Verlauf, um diesen zu dokumentieren. Kontaktiere außerdem den Betreiber der Website (unter „Kontakt“ oder „Impressum“ findet man meistens eine Kontaktmöglichkeit) und melde denjenigen, der dich sexuell angemacht hat.

Im letzten Schritt kannst Du (ggf. gemeinsam mit deinen Eltern) zur Polizei gehen und Anzeige erstatten. Denn: Jede Handlung mit Minderjährigen, die die Absicht einer sexuellen Handlung verfolgen, ist in Deutschland strafbar. Dabei ist es völlig egal, ob der Kontakt auf der Straße oder im Internet stattfindet.

 

Quellen:

www.vdi-nachrichten.com (19.02.2016)
www.faz.net/aktuell/politik/inland/paedokriminelle-im-internet-magst-du-sex-haben-12126066-p5.html (24.02.2016)
www.netzdurchblick.de/cyber-grooming.html (01.03.2016)
www.kinder.de/ratgeber/kinder-und-medien/artikel/cyber-grooming-gefahr-aus-dem-internet.html (01.03.2016)

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