Abzocke bei (Gratis-)Downloads
Foto: ©istockphoto.com/ Cameron Pashak
Fast jeder Webnutzer kennt sie und hat sie schon mal benutzt: Kostenlose Programme zum Download sind mittlerweile unentbehrlich geworden. Ob Flashplayer, OpenOffice oder Adobe Reader, sie alle werden kostenlos angeboten und werden bedenkenlos runtergeladen. Doch Vorsicht - nicht alle kostenlosen Programme sind überall auch gratis zu haben!
Wie tappt man in die Falle?
Rechnungen genau prüfen!
Wie läuft die Abzocke ab?
Was tun bei Rechnungen, Mahnbescheiden, Anwaltsbriefen?
Auf Mahnungen und Drohungen gar nicht reagieren?
Kann das nur beim Download von vermeintlichen Gratis-Programmen passieren?
Wie tappt man in die Falle?
Stell dir vor: Du möchtest dir mal eben den Adobe Reader oder ein anderes Freeware-Programm runterladen – nur wo? Klar, du tippst das gesuchte schnell in die Suchmaschine ein und bekommst unzählige Websites angezeigt, von denen du dir den Reader runterladen kannst. Du wählst irgendeine, findest, was du suchst. Noch schnell registrieren, runterladen, fertig – denkst du.
Einige Wochen später bekommst du eine Rechnung. Spätestens jetzt stellt sich heraus, dass der Betreiber der Website, von der du das an sich kostenlose Programm runtergeladen hast, dieses aber nicht kostenlos anbietet. Du bist in eine so genannte Abofalle getappt und hast mit der Registrierung und dem Download von der Website einen Ein- oder Zweijahresvertrag abgeschlossen. Und dieser kostet im Durchschnitt um die 100 Euro im Jahr!
Rechnungen genau prüfen!
Diese Art der Abzocke im Internet ist nicht neu. Aber sie nimmt zu! Bei den Verbraucherzentralen gehen täglich Dutzende Beschwerden von Nutzern ein, die Rechnungen und Mahnungen bekommen haben. Mittlerweile gibts sogar Post vom Anwalt, wenn man das ignoriert. Deshalb empfehlen wir dir, Rechnungen, Mahnungen oder Inkassobescheide immer genau zu prüfen, bevor du oder deine Eltern zahlen.
Wie läuft die Abzocke ab?
Abzocker hoffen darauf, dass du das „Kleingedruckte“ nicht liest. Klar, denn bei vielen Programmen ist allgemein bekannt, dass es sich um Freeware handelt. Deshalb rechnest du auch nicht damit, hier etwas dafür zahlen zu müssen, wenn es auf zig anderen Websites gratis ist. Manchmal stehen die genauen Kosten und die „Vertragskonditionen“ auch nur in den AGB und erscheinen bei der Registrierung gar nicht.
Post von Anwälten oder Inkassobüros zu bekommen, ist natürlich unangenehm. Und oft zahlt man dann aus Angst vor einem Gerichtsverfahren oder einem „Hausbesuch“ der Inkasso-Mitarbeiter. Manchmal wird in Schreiben auch damit gedroht. Und deshalb auch häufig bezahlt. Genau darauf spekulieren Abzocker!
Was tun bei Rechnungen, Mahnbescheiden, Anwaltsbriefen?
Ruhig bleiben und sich nicht nervös machen lassen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, mit deinen Eltern zu sprechen und dann gemeinsam zu überlegen, was zu tun ist. Die Forderungen solltet ihr genau prüfen. Manchmal ist es auch ganz hilfreich, den Absender des Schreibens im Internet zu suchen. Häufig gibt es schon sehr viele Betroffene, die sich im Internet darüber austauschen. Auch einige Anwälte, die Mahnschreiben im Auftrag der Abzocker versenden, sind im Internet namentlich bekannt. Einige Websites – auch von Privatleuten – beschäftigen sich mit dem Thema. Dort werden auch viele Websites und Abzock-Firmen genannt. Eine Linkliste dazu findest du am Ende des Textes.
Die Verbraucherzentralen sind auch gute Ansprechpartner. Eine Beratung dort ist zwar auch kostenpflichtig, aber günstig. Und die Experten dort sind über das Thema Abzocke im Internet bestens informiert. Im Mai vergangenen Jahres klagte die Verbraucherzentrale zum Beispiel erfolgreich gegen einen Anbieter. Dieser hatte Minderjährigen, die sich bei der Registrierung als volljährig ausgegeben haben, mit einer Anzeigen wegen Betrugs gedroht.
Auf Mahnungen und Drohungen gar nicht reagieren?
Wenn du dir nicht sicher bist, ob Rechnungen, Mahnungen oder sogar Vollstreckungsandrohungen ernst genommen werden müssen, solltest du mit deinen Eltern auf jeden Fall Rat bei der Verbraucherzentrale oder einem Anwalt suchen.
Bist du auf der sicheren Seite und weißt, dass der Vertrag, den du versehentlich eingegangen bist, gar nicht rechtskräftig ist, lass dich nicht von Drohungen beeinflussen. Ankündigungen von gerichtlichen Mahnverfahren, Inkasso-„Besuchen“ und Co. sind lediglich Drohungen, die dich oder deine Eltern dazu bringen sollen, zu bezahlen. Es passiert erst etwas, wenn auch tatsächlich ein gerichtlicher Mahnbescheid ins Haus flattert – und das sollte bei den üblichen Abzock-Angeboten nicht passieren.
Sollte es trotzdem vorkommen, dass du einen gerichtlichen Mahnbescheid bekommst, ist es wichtig, innerhalb einer Frist von 14 Tagen Widerspruch einzulegen. Ein gerichtliches Mahnverfahren ist aber noch lange keine Schuldzuweisung! Denn dieses Verfahren einleiten kann in der Regel jeder, der unbezahlte Forderungen an jemanden hat. Wenn du Widerspruch fristgerecht eingelegt hast, kann der Betreiber theoretisch Klage einreichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist aber sehr, sehr gering.
Kann das nur beim Download von vermeintlichen Gratis-Programmen passieren?
Nein, das Problem mit der Abzocke beschränkt sich leider nicht auf Freeware-Programme. Inzwischen haben sich viele Anbieter auf Abofallen und versteckte Kosten „spezialisiert“. Das können Spiele sein, Texte wie Gedichte oder Lehrstellenangebote und im Prinzip alles, was man sich irgendwie im Internet runterladen kann.
Grundsätzlich solltest du immer vorsichtig sein, wenn du dich für den Download von Angeboten im Internet registrieren musst. Die meisten Angebote sind seriös, aber es gibt eben auch schwarze Schafe, die sich die Unachtsamkeit von Nutzern zunutze machen.
Auch, wenn es schwerfällt und dir lästig vorkommt: Bevor du dich irgendwo anmeldest, lies dir bitte immer genau durch, welches Angebot du mit deiner Anmeldung annimmst. Ehe du ein Häkchen setzt und damit die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und/oder Nutzungsbedingungen akzeptierst, lies diese durch. Denn oftmals steht lediglich in den AGB oder Nutzungsbedingungen, dass der Dienst, für den du dich gerade anmeldest, kostenpflichtig ist!
Weitere Informationen zum Thema Abzocke mit „Gratis“-Angeboten:
- www.vzbv.de
Die Website der Verbraucherzentrale Bundesverband mit der Pressemitteilung zur Klage gegen ein Abzock-Angebot im Internet
- www.vz-nrw.de
Tipps für den Umgang mit Internet-Abzockern, bereitgestellt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, auch mit Musterbriefen
Autor: Karin
Erstellt am: 12.03.2010, 15:58
Überarbeitet am: 19.12.2011, 19:18
Bekannte Abzockerunternehmen
Ich hab hier mal n paar bekannte Abzocker:
Content Service Limited,United Payment Ltd., der Rechtsanwalt Fran Michalak und der RA Olaf Thank (oder so ähnlich)
Von:
Proxy
22.03.2010, 20:09
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