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Flashmob

Jugendliche strecken ihre Daumen in die Kamera

Foto: ©istockphoto.com/ yuri arcurs

Irgendwo hast du sie schon mal gesehen: Eine Menge Leute, die sich spontan versammelt und scheinbar Unsinniges tut. Aktionen wie diese nennt man Flashmob. Sie sind dir bestimmt schon mal begegnet. Das Internet ist voll von Flashmob-Videos - allein YouTube spuckt 123.000 Ergebnisse zu dem Thema aus. Aber was sind Flashmobs überhaupt? Und was treibt Leute an, sich zu einem zusammenzuschließen? Wir sagen dir die wichtigsten Facts zum Thema.

 

Flashmob ≠ Wischmob - Was sind Flashmobs?

Wie organisieren sich Flashmobber?

Der allererste Flashmob

Flashmob Revival

Flashmob, Smart Mob, E-Mob

Warum sind Flashmobs so beliebt?


Flashmob ≠ Wischmob - Was sind Flashmobs?

Der Begriff Flashmob kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Worten „flash“ = Blitz, und und „mob“ = Bande zusammen („Blitzbande“). Er bezeichnet ein meist kurzes Treffen von Menschen auf öffentlichen Plätzen, bei dem alle Teilnehmer durch scheinbar sinnloses und skurriles Verhalten auffallen: Mal lassen sich hunderte Menschen gleichzeitig auf den Boden fallen, mal zeigen sie einfach nach oben, bewegen sich nicht mehr oder tanzen und singen. Alle strömen aus dem Nichts zusammen, machen ihre Aktion und verschwinden wieder. Nicht immer haben Flashmobs einen Sinn – aber genau das macht ihren Reiz aus!

Wie organisieren sich Flashmobber?

Flashmobs werden über Webblogs, Newsgroups, Email oder Handy organisiert. Hat eine Person eine Idee für einen Flashmob, postet sie ihr Vorhaben und versucht möglichst viele Teilnehmer zu rekrutieren. Denn beim Flashmob kommt es auf die Masse an: Mit nur fünf Leuten eine Aktion zu starten, ist eher peinlich als witzig.

Mittlerweile hat sich aber schon eine Art Flashmob-Szene im Internet entwickelt und ihre Anhänger - die „Flashmobber“ - organisieren sich recht professionell: Auf  www.flashmob.tv können Flashmobber beispielsweise Events eintragen, Events suchen, Videos von Flashmob-Events einstellen und anschauen. Das Portal ist sogar mehrsprachig und verfügt über eine internationale Datenbank.

Der allererste Flashmob

Der allererste Flashmob fand im Juni 2003 statt und wurde von einem Journalisten namens Bill Wasik organisiert. Er warb im Internet für seine Aktion und fand viele freiwillige Teilnehmer: Über SMS koordiniert, trafen sich die Leute zuerst in einem Teppichgeschäft rund um einen ausgestellten Teppich. Alle sollten behaupten, sie seien Mitglied einer Kommune am Stadtrand, die einen „Liebes-Teppich“ suche und Kaufentscheidungen grundsätzlich nur gemeinsam treffe. Anschließend liefen alle in eine Hotel-Lobby und applaudierten exakt 15 Sekunden lang, bevor sie alle in ein Schuhgeschäft rannten und sich als Touristen ausgaben.

Die Aktion war so komisch und witzig, dass die Medien tagelang darüber berichteten. Drei Jahre später gab der Organisator Bill Wasik jedoch bekannt, dass die Aktion nur ein Experiment gewesen sei, um zu zeigen, wie leicht man Einfluss auf Menschen nehmen kann. Das Phänomen Flashmob ging wieder unter.

Flashmob Revival:

Die heutigen, modernen Flashmobs würde es nicht geben, wenn es Brooke Oberwetter nicht geben würde. Brooke Oberwetter wurde im April 2008 verhaftet, weil sie nicht aufhörte vor einem Denkmal des amerikanischen Verfassungsvater Thomas Jefferson mit Mp3-Stöpseln in den Ohren zu tanzen. Die Denkmal-Wächter fanden die Aktion überhaupt nicht witzig und ließen die Handschellen klicken. Angeblich: Ruhestörung. Nur fehlte die laute Musik.

Und wie man das kennt, zückten Fußgänger ihre Kamera-Handys, filmten das Spektakel und stellten es online. Schnell verbreitete es sich über Foren, Portale, Communities und Webblogs (http://www.youtube.com/watch?v=ujrSAJ1b6Go&feature=player_embedded) . Aus Brooke wurde „The Jefferson 1“ - eine moderne „Märtyrerin“ des Bürgerrechts und Vorbild für viele Flashmobber. Schlagartig nahm die Begeisterung für Flashmobs zu … erst in Amerika, dann weltweit.

Flashmob, Smart Mob, E-Mob

Heute sind Flashmops schon zu einer Art Trend geworden: Die Aktionen werden immer cooler, überraschender, verrückter und finden immer mehr Teilnehmer. Man denke an den Konzert-Flashmob mit rund 20.000 Teilnehmer bei den Black-Eyed-Peas (http://www.youtube.com/watch?v=1aSbKvm_mKA), an die „Und alle so Yeah“- Flashmobs bei Reden der Kanzlerin Merkel (http://www.youtube.com/watch?v=J_DRAIGbvUw) und die weltweiten Flashmobs zu Ehren von Michael Jackson nach seinem Tod (http://www.youtube.com/watch?v=je1KOcBYGjM)

Außerdem findet der Flashmob nicht mehr nur Offline sondern auch Online statt. Dann spricht man von einem E-Mob. E-Mobs finden per E-Mail, in Chats oder Gästebüchern statt. Eine Gruppe Jugendlicher hat sich beispielsweise in einem Chat auf die einzelnen Chat-Räume verteilt und zur Verwunderung der anderen User zu einer ganz bestimmten Uhrzeit, gleichzeitig nach der aktuellen Sternzeit gefragt.

Nicht ganz so abgedreht wie Flashmobs sind sogenannte „Smartmobs“: Smartmobs wollen Statement abgeben und etwas verändern wie der Smartmob gegen Kriegsmaterial Exporte in Zürich (http://www.youtube.com/watch?v=FBJRGJXps9A). Genau um 18:00 fielen die Teilnehmer für genau vier Minuten am Bahnhof zu Boden, um auf die Folgen von Waffenexport aufmerksam zu machen.

Warum sind Flashmobs so beliebt?

Egal, ob Flashmobber so wie in München die Filiale eines Schnellrestaurants stürmen und Tausende Burger bestellen oder sich vorm Kölner Dom eine Kissenschlacht liefern – bei Flashmobs treffen Leute zusammen, die sich nicht kennen, aber durch die Aktion direkt verbunden fühlen. Außerdem macht die Gruppe selbstbewusst: Man kann außergewöhnliche Dinge tun ohne sich als einzelne Person zu blamieren. Ein weiterer Vorteil von Flashmobs ist mit seiner Aktion direkt im Mittelpunkt zu stehen und große Aufmerksamkeit zu erreichen. Allerdings haben das auch schon große Unternehmen wie die Deutsche Telekom mitbekommen und inszenieren Flashmobs zu Werbezwecken. Also, Achtung vor künstlichen Flashmobs im Web.

Weitere interessante Links:

- http://de.wikipedia.org/wiki/Flashmob

Wikipedia: Erläuterung des Begriffs „Flashmob":

- http://www.flash-mob.de

Forum zur Planung von Flashmobs in Deutschland

- http://www.flashmob.tv

Forum zur internationalen Planung von Flashmobs

 

weitere spannende Web-Themen findest du hier

Autor: Viola
Erstellt am: 17.09.2010, 17:24
Überarbeitet am: 11.03.2012, 10:34
Tags: Community Sonstiges

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