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Facebook und die Cookies

Einige Kekse liegen um und halb auf einem Laptop

Foto: ©Stefan Marin

Der "Gefällt mir"- oder "Like"-Button ist im Internet nicht mehr wegzudenken. Mal eben schnell geklickt und Seite im Profil weiterempfohlen – einfacher geht’s nicht, und zwar für User und für Websitebetreiber. Seit etwa einem Jahr erlaubt Facebook das Einbinden des "Like"- oder "Gefällt mir"-Buttons auf Websites. Weit verbreitet sind inzwischen auch die Empfehlungs-Buttons von Twitter und Google+. Inzwischen sind sie auf vielen Websites zu finden.

Wie funktionierts?

Betreiber brauchen nur einen Code auf ihrer Website einzubinden und schon erscheint dort der Button. Für Websites ist der Button natürlich prima Werbung: Wenn jemand auf "Gefällt mir" klickt, empfiehlt er die empfohlene Seite direkt auf seiner Pinnwand im Profil weiter, die Freunde, Follower oder Abonnenten interessieren sich evtl. auch und klicken auf den Link.

Praktisch sind die Buttons natürlich auch Website-Besucher: Nur ein Mal klicken und ohne viel Umstände Interessantes im Profil posten. Doch Vorsicht, Leute, die Buttons haben es in sich...

Empfehlungs-Buttons können aufzeichnen, wo du surfst

Am Beispiel von Facebooks "Gefällt mir" lässt es sich einfach erklären: Du besuchst eine Website und möchtest auf etwas in deinem Profil hinweisen. Auf "Gefällt mir" geklickt und schon wird eine Verbindung zu Facebook hergestellt. Allerdings nicht über die Website, auf der du dich gerade befindest, sondern über deinen Browser. Beim Benutzen von Facebook wird nämlich ein Cookie gesetzt, das jedes Mal, wenn du eine Website mit "Gefällt mir" besuchst, Daten an Facebook sendet. Facebook weiß also, wo du wann surfst. Mit den Empfehlungs-Buttons von anderen Communitys verhält es sich ähnlich.

Die Facebook-"Super-Cookies"

Du denkst, wenn du dich jedes Mal ordentlich bei Facebook ausloggst, kann dein Nutzerverhalten nicht aufgezeichnet werden? Falsch – bereits im Dezember 2010 hat Nik Cubrilocic, ein australischer Blogger, darauf hingewiesen, dass das von Facebook in den Browser gesetzte Cookie auch aktiv ist, nachdem man sich bei Facebook ausgeloggt hat. Mehr noch: Es kann sogar bei Leuten aktiv werden, die gar keinen Facebook-Account haben, aber mal eine Website besucht haben, die den "Gefällt mir"-Button benutzt. Und schon ist das Cookie im Browser und zeichnet auf, welche Websites besucht werden (vorausgesetzt natürlich, die Websites haben den „Gefällt mir“-Button integriert). Nachdem das amerikanische Wall Street Journal im Mai 2011 auf das Problem hinwies, wurde das Cookie deaktiviert. Im September diesen Jahres fand dann Nils Cubrilocic heraus, dass das Cookie wieder aktiviert wurde.

Facebook veränderte die kritisierten Cookies daraufhin, sodass sie sich nun nach dem Ausloggen bei Facebook löschen.

Warum werden die Daten gesammelt?

Es geht wie immer um Geld. Je mehr Facebook oder eine andere Community, die sich durch Werbung finanziert, über dich weiß, desto besser auf dich exakt zugeschnittene Werbung bekommst du auf Facebook. Was mit den Datensätzen geschieht, weiß letztlich niemand. Facebook, Google und Co. unterliegen auch nicht den deutschen Datenschutzgesetzen. Die Unternehmen haben ihren Sitz in den USA, und dort geht es in punkto Datenschutz eher locker zu. Zwar betonen die Unternehmen immer wieder, dass sie die Daten nicht weiterverkaufen bzw. nur für anonymisierte Werbung nutzen oder die Nutzung dadurch noch sicherer wird. Sicher sein kann man sich allerdings nicht. Theoretisch ist ein Missbrauch der Daten nötig. Und mal ehrlich, wer will schon, dass ein Website-Unternehmen alles von einem weiß – sogar, wo man außerhalb der besuchten Website surft...

Warum juuuport bei Facebook ist

Wir sind dort, wo ihr seid und Zeit verbringt, wo ihr vielleicht Probleme bekommt. Das ist wichtig für uns. Und ob es uns gefällt oder nicht: Ihr seid bei Facebook. Natürlich haben wir lange überlegt, inwieweit wir uns vernetzen wollen in Communities. Ob wir Empfehlungsbuttons bei juuuport einbinden sollen. Mittlerweile haben wir dank den Ideen von heise.de einen Kompromiss gefunden. Wir verwenden den 2-Klick-Button, der von heise unter der Open-Source-Lizenz angeboten wird. Die Empfehlungsbuttons sind auf juuuport standardmäßig deaktiviert. Unsere Nutzer können damit selbst entscheiden, ob sie die Verbindung zu Facebook, Google+ oder Twitter herstellen und damit Cookies aktivieren.

Regelmäßig Cookies im Browser löschen

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir, regelmäßig Cookies im Browser zu löschen. Am Besten natürlich nach jedem Besuch in einer Community. Aber das ist für viele sicher auf Dauer schwer einzuhalten. Trotzdem sollte man es so oft wie möglich machen. Nicht nur Facebook, Google und Co. setzen schließlich Cookies. Für einige Funktionen sind sie unerlässlich. Auch wir auf juuuport verwenden beim Einloggen Cookies. Mehr Infos zu den Cookies auf juuuport findest du übrigens hier

 

Quellen und weitere interessante Links:

- http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html
"2 Klicks für mehr Datenschutz" - mehr Infos dazu im Artikel auf heise.de.

- http://nikcub.appspot.com/facebook-re-enables-controversial-tracking-cookie
 Der Blog von Nik Cubrilovic mit dem Artikel über das Facebook-Cookie (in englischer Sprache).

- http://business.chip.de/news/Schon-wieder-Facebook-aktiviert-Schnueffel-Cookie_52028620.html
 "Schon wieder: Facebook aktiviert Schnüffel-Cookie", der Artikel auf chip.de.

- http://www.thomashelbing.com/de/facebook-social-plugins-datenschutz-bdsg-datenschutzhinweise-privacy-policy-like-button-gefallt-mir
Der Rechtsanwalt Thomas Helbig erörtert in seinem Blog die rechtliche Debatte um den "Gefällt mir"-Button.

- http://www.sueddeutsche.de/digital/soziales-netzwerk-facebook-bestaetigt-tracking-ausgeloggter-nutzer-1.1150028
 "Verwirrung um Facebooks Logout-Funktion" auf sueddeutsche.de

- http://www.zdnet.de/news/41557286/facebook-wegen-bespitzelung-in-mehreren-us-staaten-verklagt.htm
"Facebook wegen Bespitzelung in mehreren US-Staaten verklagt", der Artikel bei zdnet.de.


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Autor: Karin Wunder
Erstellt am: 20.10.2011, 14:37
Überarbeitet am: 11.03.2012, 10:26
Tags: Datenschutz

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