Computerschädlinge
Foto: ©istockphoto.com/ Andy Porter
Schädlinge kennen wir nicht nur aus dem Garten der Oma. Wenn wir im Web unterwegs sind, begegnen sie uns auch – und zwar in digitaler Form. Derzeit gibt es weit über 50.000 verschiedene Computerschädlinge, die sich bevorzugt durch das Internet verbreiten. Und jeden Tag werden hunderte neue ins Netz geschleust. Zeit, mehr darüber zu erfahren.
Schädlinge auf dem Computer - Viren, Würmer und Co.
Die Geschichte der Computerschädlinge
Schädlingsbefall - ist mein Computer betroffen?
Schädlingsbekämpfung - wie kann ich Viren vorbeugen?
Ich habe einen Virus - wie kann ich ihn entfernen?
Schädlinge auf dem Computer - Viren, Würmer und Co.
Bestimmt hast du schon einmal von Computerwürmern oder sogenannten Trojanern gehört, die sich auf Computern einnisten und Schaden anrichten können. Dabei handelt es sich um kleine, schädliche Computerprogramme, die man unabsichtlich auf seinem Rechner installiert. Meistens geschieht das, indem man E-Mail-Anhänge öffnet, die ein Schadprogramm enthalten. Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von "Malware". Malware ist ein Kunstwort aus den englischen Begriffen "malicious", was so viel heißt wie "bösartig", und "Software". Im deutschen sagt man auch "Schadprogramm". Es gibt viele verschiedene Formen von Schadprogrammen. Hier die wichtigsten vier:
Der Virus
Ein Computervirus "infiziert" deinen PC und verändert Systemeinstellungen, beschädigt Dateien oder blockiert die Ausführung von anderen Programmen. Oft ist ein Klick auf den Anhang einer Mail mit unbekanntem Absender ausreichend, um sich einen Virus "einzufangen". Ein Virus ist so programmiert, dass er sich selbst vervielfältigt und weiter verbreitet, zum Beispiel über E-Mail.
Der Wurm
Während Viren Computersysteme beschädigen sollen, nutzen Würmer die Netzwerkverbindungen des eigenen PCs, um sich auf andere Systeme zu kopieren. Würmer sind in der Lage Daten auszuspähen und verstecken sich in Anhängen von E-Mails oder als Code im E-Mail-Text. Außerdem lauern sie oft in Tauchbörsen – getarnt unter falschem Namen - oder als Link in unbekannten Nachrichten aus Instant-Messaging Programmen wie ICQ oder MSN.
Der Trojaner
Du kennst vielleicht die griechische Geschichte des "Trojanischen Pferds". Nach dem gleichen Prinzip arbeiten die "Trojaner" in der Computerwelt: Getarnt als nützliche Programme, gelangen sie auf deinen PC und sammeln Daten – von Passwörtern bis zur Kontonummer. Die ausgespähten Daten können ohne weiteres an die Personen übermittelt werden, die den Trojaner entwickelt haben. In wirklich ernsten Fällen greifen diese dann online auf den Computer zu und steuern ihn durch externe Befehle.
Der Hoax
Der Begriff "Hoax" kommt aus dem Englischen und heißt "Scherz" oder "Falschmeldung". Zu scherzen ist mit Hoaxes allerdings nicht: Sie schaden deinem Computer zwar nicht unmittelbar, aber unter Umständen dir. Neben falschen Virenwarnungen oder wilden Gerüchten gibt es u.a. auch Hoaxes, die im Namen eines renommierten Unternehmens Geld von dir verlangen. Natürlich ohne deren Wissen. Wenn du zahlst, gehst du Betrügern auf den Leim und siehst den Betrag in der Regel nie wieder.
Die Geschichte der Computerschädlinge
Richard Skrenta war erst 15 Jahre alt, als er den allerersten Virus namens "Elk Cloner" programmierte. In seiner Freizeit liebte er es Computerspiele zu entwickeln und hörte somit immer die gleiche Frage: "Und was hast du an neuen Spielen da?". Irgendwann nervte ihn das und er kam auf die Idee ein kleines, unauffälliges Programm zu entwickeln, dass sich von allein und unerkannt über kopierte Disketten verbreitet und die Leute erschreckt. Bei jedem 50. Zugriff färbte sich der Bildschirm schwarz und stellte ein von ihm geschriebenes Gedicht dar. Mittlerweile ist der Jugendstreich von Skrenta über 25 Jahre lang her, hatte aber gravierende Folgen: Seine Idee wurde weiterentwickelt, sodass Viren wie der "I LOVE YOU"-Virus, der im Mai 2000 in Umlauf kam und sich schnell weiter verbreitete, Schäden in Milliardenhöhe anrichten können.
Schädlingsbefall - Ist mein Computer betroffen?
Manchmal kannst du auch ohne Antivirenprogramm erkennen, ob sich Malware auf deinem Computer befindet. Denn durch einen Virus, Wurm oder Trojaner nimmt die Leistung des Computers spürbar ab. Bei folgenden Symptomen solltest du deinen Computer schnellstmöglich durchchecken:
- Das Hochfahren oder das Starten von Programmen dauert länger als sonst.
- Programme lassen sich nicht mehr öffnen, haben Aussetzer oder öffnen sich von alleine.
- Dateien oder Ordner verschwinden aus heiterem Himmel, heißen plötzlich anders oder haben unbekannte Inhalte.
- Der Computer stürzt häufiger ab, lockt sich automatisch aus und startet neu.
- Es tauchen ständig lästige Fehlermeldungen auf.
- Das Arbeiten am Computer wird von unbekannten Piepstönen begleitet.
- Du kannst auf bestimmte Datenträger oder Festplatten nicht mehr zugreifen.
Um aber wirklich sicher zu sein, dass es sich bei Computerproblemen um Viren handelt, solltest du regelmäßig ein Antivirenprogramm benutzen, das alle Laufwerke überprüft.
Schädlingsbekämpfung – Was kann ich im Voraus gegen Viren tun?
Tipp 1: Installiere einen Virenschutz.
Wenn auf deinem Computer kein Antivirenprogramm installiert ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich einen Virus einfängt, sehr hoch. Antivirenprogramme gibt es je nach Hersteller in kostenlosen oder kostenpflichtigen Ausführungen. Sie helfen dir, deinen Computer nach Viren zu überprüfen, sie im Vorhinein zu erkennen und abzuwehren. Für den privaten Gebrauch kostenlose Antivirusprogramme sind zum Beispiel Antivir oder ThreatFire.
Tipp 2: Aktualisiere deinen Virenschutz regelmäßig.
Jeden Tag werden neue Viren programmiert: Sie werden intelligenter und finden die kleinsten Sicherheitslücken in deinem Computersystem. Deshalb ist es wichtig, dein Virenschutzprogramm regelmäßig abzudaten.
Tipp 3: Benutze eine Firewall.
Die Firewall ist ein Schutzprogramm, das deinen Computer vor unberechtigten Zugriffen von außen schützt. Eine Firewall überprüft alle ein- und ausgehenden Daten auf Viren und warnt dich vor Aktionen die Schaden anrichten können.
Tipp 4: Öffne nicht jede E-Mail.
Schädliche Programme verstecken sich häufig in E-Mails. Deswegen sei vorsichtig, wenn die Email von einem unbekannten Absender kommt, der Betreff sinnlos ist oder der Anhang ausführbare Programme enthält. Das erkennst du an Dateiendungen wie
.exe
.com
.pif, .scr, .cmd, .vbs, .vxd, oder .chm.
Öffne diese Dateien niemals, wenn du nicht genau weißt, was dich dabei erwartet.
Tipp 5: Prüfe aus dem Web heruntergeladene Inhalte.
Wenn du legale Tauchbörsen nutzen möchtest, dann bitte nur mit äußerster Vorsicht. Am besten überprüfst du jede Datei mit einem Virenschutzprogramm, auch wenn dir die Benennung seriös erscheint. Die hat nämlich leider gar keine Aussagekraft.
Tipp 6: Pflege dein Betriebssystem und deine Internetsoftware.
Um dich vor Viren zu schützen ist es wichtig, dass du dein Betriebssystem und deine Internetsoftware regelmäßig aktualisierst. Nur so können bestehende Sicherheitslücken geschlossen werden.
Ich habe einen Virus – Wie kann ich ihn entfernen?
Falls du bereits weißt, wie sich der Virus nennt, der sich auf deinen Computer befindet, kannst du im Netz nach einer passenden Reparatur-Software suchen. Für einige bekannte Viren wurden bereits Tools entwickelt, um sie zu löschen. Teilweise besitzen auch die normalen Virenschutz-Programme eine Funktion zum Entfernen von Viren.
Du solltest dir jedoch vor Augen halten, dass es selbst für Experten oft eine Hausforderung ist Viren endgültig zu entfernen. Das Problem ist, dass Viren oft so programmiert sind, dass sie sich nach ihrer Entfernung automatisch wieder installieren und verbreiten. Oft hilft nur die Neuinstallation des gesamten Betriebssystems und aller Programme.
Weitere interessante Links:
Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik mit allgemeinen Informationen zu Viren
Aktuelle Viren-Infos: Warnmeldungen und Sicherheitshinweise
- http://www.chip.de/Downloads_13649224.html?tid1=39008&tid2=0
Übersicht und Downloadmöglichkeiten von Antivirenprogrammen
- http://www.chip.de/Downloads_13649224.html?tid1=39008&tid2=0
Übersicht und Downloadmöglichkeiten von Firewalls
- http://www.juuuport.de/fooorum/frage/kostenloser-Virenschutz/30/
Das Thema "Kostenloser Virenschutz" im juuuport-fooorum
Autor: Karin
Erstellt am: 08.11.2010, 10:34
Überarbeitet am: 11.03.2012, 10:32
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